Leipzig: Projekt Weltrettung
Endlich geht mal jemand die Sache mit der Weltrettung systematisch an. Beim «Grand Prix de la Vision» kann man ein Konzept zur grundlegenden Reform unseres Planeten einreichen, und in der gleichnamigen Show wird dann das beste prämiert. Carla, Anna, Scart und Halbgar lassen sich das nicht zweimal sagen und machen sich in Carlas altem Auto auf den Weg. Hinter sich ihre langweilig halbgescheiterten Leben aus versandeten Liebesversuchen, unglücklich rechtsnationalen Familienverhältnissen, nächtelangem Trollesuchen im Internet oder anderen Quellen des Lebensglücks.
Ihr großer Plan: Auf dem Weg zum Finale so circa zehn einflussreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Militär entführen und menschenfreundlich umerziehen. Letzteres könnte ziemlich schwierig werden, aber auch an Ersterem sind schon geschicktere Terroristen gescheitert. Erwartungsgemäß ziehen die fünf Amateurkidnapper – eine alte, verbeulte Drohne namens Emily ist auch dabei – aus ihrem Roadtrip von Pleite zu Pleite und widmen sich bald eher den kleinen Streits der innerbetrieblichen Gruppendynamik als dem großen Ganzen.
Bühnenbildner Hugo Gretler hat in der Diskothek des Leipziger ...
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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Franz Wille
Werner Fritsch ist der Theatermann fürs grob Verworrene, für die verschmitzte Provokation, die hirnschwurbelnde Sprachakrobatik und überhaupt für Abende, an denen man am Ende nicht mehr so recht weiß, ob man jetzt gut unterhalten oder doch auf hohem Niveau verarscht wurde. Es kann auch durchaus beides zutreffen, und am Ende von «Shakespeares Schädel in Fausts...
Das Flugzeug der Austrian Airlines setzt auf der Landebahn des Wiener Flughafens auf. Es ist der 5. Dezember 2016. Der Tag nach der «Schicksalswahl». Wie jedes Mal plärrt unmittelbar nach der Landung dieser nervtötende Potpourri aus Walzer und Mozart aus den Bordlautsprechern. Willkommen in Österreich.
Das Leben geht weiter. Immerhin, als am Tag davor kurz...
Sie sind gekommen, um «Tschüss» zu sagen. Nach fünf Jahren an der Volksbühne, nach fünf Jahren Festspielen mit der vielköpfigen Fritsch-Familie, die ein großer bunter Wanderzirkus ist: feinste Lachmuskelartisten, die Herbert Fritsch über die Zeit an zig Stadttheatern aufgetan hat. Jetzt treten sie noch einmal zur Rampe vor, einzeln, hundert letzte Minuten...
