Leben verleihen
Ewald Palmetshofer, 1978 in Linz geboren, wächst im Mühlviertel, genauer in Mönchdorf, in Oberösterreich auf. Nach Schule und Zivildienst geht er nach Wien, um zunächst Theaterwissenschaft und Germanistik, dann Theologie, Philosophie und Psychologie auf Lehramt zu studieren.
Ich habe mich länger gefragt, ob ich überhaupt diese wenigen biografischen Daten dieser Laudatio beifügen sollte, weil – das kennen wir alle von uns, wann beginnt ein eigenes, ein künstlerisches Leben? Und außer der charmanten Kadenz seines oberösterreichisch gefärbten Zungenschlags gibt es für mich wenig an Ewald Palmetshofer, das an seine frühe Heimat erinnert.
Aber gerade der Dialekt, die sanft gefärbte Aussprache, ist in Palmetshofers Fall nicht nur Markenzeichen, sondern ein Herkunftssiegel, dem zu entgehen in Österreich schwer fällt. Es ist ein tatsächlich österreichisches Phänomen: sich Heimat samt Dialekt vom Leib zu schreiben, um in einer eigenen Sprache Autonomie zu suchen. Das Dichten ist daher auch als eine Loslösung von der lokalen Gebundenheit, als Emanzipation zu kennzeichnen. Darum ist das Ringen um Sprache und das Gestalten der Sprache in Österreich oft so radikal.
Ewald ist, und auch das soll ...
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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Andreas Beck
Die Titelseite der «taz» vom 21.6.2015 zeigte ein Foto, das (angeblich) in einem Krankenhaus im sizilianischen Augusta aufgenommen worden war. Es zeigte eine Art Andachtsraum, in dem ein riesiger geöffneter Kühlschrank stand, darin gestapelt Müllsäcke, die augenscheinlich Tote enthielten. Auf dem Steinboden darunter war ein großer brauner Fleck zu sehen, offenbar...
Finanzratgeberlesern ist der Rabbi Isaac ben Aha natürlich bestens bekannt. Auf ihn geht einer der ältesten Anlagetipps überhaupt zurück, näm-lich die vor 1.600 Jahren im «Babylonischen Talmud» dokumentierte Drei-Speichen-Regel: Mit der Investition des Vermögens in «ein Drittel Land, ein Drittel Handelswaren und ein Drittel bar zur Hand» (heutzutage gern...
Um es klar zu sagen: Auch in Darmstadt sieht man nicht mehr Menschen als anderswo mit schäbigen Klamotten, deren Zittern ihre Getränke-Vorlieben verrät (eine Eigenschaft, von der der Datterich seinen Namen hat). Ich habe auch in Darmstadt noch nie gehört, dass jemand die einschlägigen Datterich-Sätze sagt: «Trinke Se, da komme Se uf annern Gedanke.» Oder, ganz...
