Kunst – der bessere Kapitalist?
Der absolute Nullpunkt der Modernen Kunst wurde erreicht im Theater. «Sieg über die Sonne» hieß treffend das Stück, in dem 1913 zum ersten Mal das Schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch zu sehen war – auf dem Bühnenvorhang und als Symbol auf Kostümen und Requisiten stand es für die Passage in eine neue Zeit. Doch trotz dieser innigen Verknüpfung während des Urknalls einer neuen Kulturepoche haben Darstellende und Bildende Kunst seither ein gestörtes Verhältnis. Denn unsterblich wurde das Schwarze Quadrat allein als Gemälde.
Von dem suprematistischen Totaltheaterstück sind dagegen nur Beschreibungen, Musikfragmente und Malewitschs Entwürfe übrig geblieben. Und an diesem Bedeutungsverhältnis zwischen Theater und Kunst scheint sich in knapp 100 Jahren kaum etwas geändert zu haben: Im öffentlichen Bewusstsein bleibt es eine unfaire Konkurrenz wie die zwischen Traum und Tatsache.
Vielleicht ist es gemein, in diesem Zusammenhang von einem Minderwertigkeitskomplex der Bühnenkünstler zu sprechen, aber wer ist Claus Peymann gegenüber Damien Hirst? Was das Theatertreffen gegen die documenta? Der Buchmarkt liefert zum Stichwort Theater rund 200.000 Bücher, zum Thema Kunst aber das Zehnfache. ...
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Theater heute August/September 2011
Rubrik: Theater und Bildende Kunst, Seite 6
von Till Briegleb
Augsburg, Theater
Kasse: 08 21/324 49 00
25.9. Hensel, Welche Droge passt zu mir?
R. Fabian Alder
Basel, Theater
Kasse: 00 41/61/295 11 33
15.9. Kelly, Die Götter weinen (DE)
R. Elias Perrig
16.9. Shakespeare/Purcell, Hush, no more
R. Corinna von Rad
23.9. Ibsen, Ein Volksfeind
R. Simon Solberg
Berlin, Ballhaus Naunynstrasse
Tel.: 030/75 45 37 25
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Das Schlimmste, was beim Aufenthalt in einem Ferienresort passieren kann, ist Dauerregen. Man sitzt in einem trostlosen Bungalow auf weißen Plastikstühlen. Statt «anspruchsvoller Entspannung in der heißen City», wie im Urlaubskatalog versprochen, fröstelt man beim Blick auf den grauen Plattenbeton der Karl-Marx-Allee, während die Wassermassen an der Fensterscheibe...
Juni 2010, «Der nackte Wahnsinn» von Michael Frayn, Premiere. Zweiter Akt, das Publikum sitzt auf der Bühne und blickt – immer dann, wenn die Türen in diesem Türenstück sich öffnen – von hinten durch die Bühne auf der Bühne in den leeren Zuschauerraum. Da sitzt ganz allein, als einzige Zuschauerin des Stücks im Stück, die Intendantin und Regisseurin des Abends. Die...
