Korrektiv Kunst
Am 22. März begingen eine Gruppe junger Männer Bombenanschläge am Brüsseler Flughafen und in einer Metro-Station. Sie töteten 35 Menschen, und am Ende töteten sie sich selbst.
Das Kunstenfestivaldesarts erhielt Botschaften von Künstlern und Kollegen aus aller Welt, und als Antwort darauf schrieben wir einen Brief an alle Besucher, die nach Brüssel kommen wollten, die Situation vor Ort aber fürchteten – vor allem um klarzustellen, wie unser Leben in der Stadt zur Zeit aussieht:
«Sie sollten nicht zögern im Mai nach Brüssel zu kommen, ganz im Gegenteil.
Gerade jetzt müssen wir zusammenkommen. Gerade jetzt teilen viele das Bedürfnis, zu verstehen, wo die Risse durch unsere Gesellschaften verlaufen. Die Haltung der Menschen in der Stadt ist in erster Linie und vor allem konstruktiv, und die Risiken sind derzeit in Brüssel nicht größer als an jedem anderen Ort in der Welt. Es ist hier nicht unsicherer als in jeder anderen Großstadt. Brüssel fühlt sich verletzt. Brüssel fühlt sich verspottet und verhöhnt, und die nächsten Wochen werden für die Genesung der Stadt entscheidend sein. Wir glauben, es ist wichtiger denn je hierher zu kommen und diesen Prozess mit uns zu teilen, denn es geht ...
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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Christophe Slagmuylder
Im Anfang ist der (Freuden-)Heulkrampf: Als die Dozenten der Staatlichen Schauspielschule Hannover zu Beginn von Till Harms’ Dokumentarfilm «Die Prüfung» jene zehn Auserwählten anrufen, die sie nach einem mehrtägigen Hardcore-Prüfungsverfahren schlussendlich unter 687 Bewerbern fürs Schauspielstudium auserkoren haben, hört man am anderen Ende der Leitung ein...
Peer Gynt», steht auf der ersten Umschlagseite des Programmhefts, «Oder die Unmöglichkeit, Peer Gynt zu sein» auf der zweiten. «Oder wie Henrik Ibsen 1879 anfing, unglaublich tolle Frauenrollen zu schreiben», folgt auf der dritten. Schließlich ein vierter Titel-Anlauf: «Oder die Erlaubnis für Frauen, total auszurasten». In ungefähr diesen Gedankenschritten dürfte...
Möchte man Tschechow inszenieren, kommt man nicht um die Frage herum, wie man Langeweile zeigt, ohne selbst langweilig zu werden. «Iwanow» hat schließlich einen Helden im Zentrum, der noch wehleidiger und passiver ist als die vielen anderen Tschechow-Figuren, die sich als überflüssige Menschen in der Provinz herumplagen. Ist das doch noch tragisch oder schon wieder...
