Kopf hoch, barfuß, offen
Die Vergabe des hochkarätigen Ibsen-Preises an Heiner Goebbels ist auch Indiz für die besondere Beziehung des norwegischen Theaters zu deutschen Bühnenexperimenten. Ein neuer Schub der Einflussgeschichte seit etwa 2000 – von Volks- und Schaubühne bis zu Gastregisseuren wie Armin Petras und Sebastian Hartmann – war offenbar so prägend, dass es kaum überrascht, nun das halbe Ibsen-Festival mit deutschen Beiträgen bespielt zu sehen, mit «Stifters Dinge» und «Eraritjaritjaka» als überzeugendem Beweis für den Preisträger.
Rimini Protokoll eröffneten mit ihrem «Volksfeind in Oslo», einer weiteren Variation ihrer 100-Prozent-Städte-Serie, und der Frage, wer sich heute noch mit Dr. Stockmann identifizieren könne, um gegen die kompakte Majorität zu stehen. Nicht ganz unbrisant am Vorabend der Urteilsverkündung gegen Massenmörder Breivik, aber einen solchen Vergleich konnten Helgard Haug und Daniel Wetzel mit ihrem demografischen Fragespiel höchstens assoziativ anreißen – um dann doch eine ziemlich harmonisierte Oslo-Gemeinschaft abzubilden, der vielleicht Herbert Fritschs Horror-Puppen-«Nora» erst wieder einen Stachel bietet.
Großartig, so klein
Mit einer gänzlich anderen Methode geht der ...
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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Magazin: Ibsen, Seite 61
von Thomas Irmer
Im ersten Raum sitzt ein Mann am Tisch und dreht einen Lolli zwischen den Fingern. Dort hingesetzt hat ihn unter dem Titel «Swap» («Tausch») der tschechische Konzeptkünstler Roman Ondak: Wer den Lutscher haben will, kann einen Gegenstand zum Tausch anbieten. Wenige Minuten später sind ein Filzstift, eine Visitenkarte, eine Banane, ein Pfandchip, eine Blechdose mit...
Als Übersetzung der Stadt in die Vertikale hatte Charles-Édouard Jeanneret-Gris, genannt Le Corbusier, 1956 die Berliner Variante eines Hochhauses mit 530 Wohnparteien geplant. In der Cité Radieuse in Marseille war es dem Schweizer Architekten gelungen, dasselbe Modell mit einer Einkaufsgalerie, Schwimmbad und Open-Air-Kino auf dem Dach auszustatten und so mehrere...
3./Mittwoch
20.15, ARD: Der Turm Zweiteiliger Fernsehfilm (2012) nach Uwe Tellkamp, mit Jan Josef Liefers, Claudia Michelsen, Götz Schubert, Nadja Uhl, Steffi Kühnert u.a., Regie Christian Schwochow 2. Teil am Donnerstag, 4., 20.15 Uhr
0.15, 3sat: Die Sehnsucht der Veronika Voss Spielfilm (1982) von Rainer Werner Fassbinder mit Rosel Zech, Armin Mueller-Stahl, Hilmar...
