Kristin Steffen und Thomas Brandt; Foto: Krafft Angerer

Köln: Liebe hinter Glas

Shakespeare «Romeo und Julia»

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Statischer Tanz im Glaslabyrinth, voneinander isolierte Individuen, die sich zur Schau stellen, eine Reihe maskierter Tänzer, eine bunte Spaßgesellschaft, in der jeder gesehen werden will. Alles ist durchsichtig, aber gerade dadurch ge-trennt. Bettina Sommers Bühne wirkt zunächst wie eine gläserne Schaubude mit sechs oder zwölf Zellen. So optisch opulent, abstrakt und assoziationsbefördernd beginnt Pınar Karabuluts «Romeo und Julia»-Inszenierung im Depot 1 des Kölner Schauspiels.

In diesen gläsernen Käfigen stehen an den Rändern zwei Jugendliche mit geschwärzten Wangen, Grufties, die sich den Tod als Metapher für ihre Distanz zur liebesunfähigen Gesellschaft gewählt haben. In Zeitlupe kommen die beiden aus den Kästen, nähern sich quer über die ganze Bühnenbreite, Shakespeares Dialogsonnet sprechend und verkörpernd. Der Zufall wird durch Sprache fixiert. Aus Zufall wird Schicksal. 

Dann kommt in die starre Glaswelt Bewegung. Die Wände erweisen sich als Drehtüren, als bewegliche, halbtransparente Spiegel, in denen sich die Figuren verirren und finden.

Romeo (Thomas Brandt) ist auch ein tätowierter Blondie, der mit seinen Kumpels provozierend auf der Straße herumtollt und pöbelt wie ...

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Theater heute Dezember 2017
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Gerhard Preußer

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