Kleines Handbuch der Dialektik

Braucht Mitbestimmung eine starke Leitung? Ein Gespräch mit der Schauspielerin Elisabeth Schwarz über Mitbestimmung als Lebensschule, Gesellschaftsmodell und Kindergarten für Große: Frankfurter Erfahrungen

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Eva Behrendt Elisabeth Schwarz, was war für Sie 68?

Elisabeth Schwarz Bei den Proben zu «Ulrike Maria Stuart» habe ich gemerkt, dass es sehr schwierig ist, jüngeren Kollegen zu erklären, was diese Zeit eigentlich ausgemacht hat. Es war eine Zeit mit hoher Drehzahl, aber innerhalb dieser Geschwindigkeit auch mit sehr viel Leben. Die Mitbestimmung war extrem anstrengend. Es war ein Modell, in dem wir alles zusammen machten – dabei aber ein heterogenes Ensemble waren wie jedes andere auch.

Ich mochte diese Zeit sehr, sie war ungeheuer anregend, und ich habe viel gelernt.
 

EB Wie kam das Mitbestimmungsmodell zustande?

Schwarz Es hat angefangen mit der Revolte gegen ein Stück. In Stuttgart sollte 1970 ein Stück aus der englischen Off-Szene aufgeführt werden, «Mac Crune’s Guevara». Wir fanden es schrecklich, unglaub­lich oberflächlicher Käse. Etliche Schauspieler haben sich während der Proben auf die Hinterbeine gestellt und wollten es nicht spielen. Das war ein absolutes Novum, wurde aber von der Leitung – Peter Palitzsch – akzeptiert. In der Sommerpause wurden neu engagierte Schau­spieler an unserer Stelle in dieses Stück gesteckt. Es war ein Superflop und wurde nach sechs Aufführungen ...

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Theater heute Jahrbuch 2008
Rubrik: 68–war da was?, Seite 30
von Eva Behrendt

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68–war da was?

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