Kämpfe zwischen Graben und Bühne

Die Musik setzt dem Regietheater in der Oper Grenzen. Über Sebastian Nüblings «Carmen» und Calixto Bieitos «Jenufa» in Stuttgart und Luk Percevals «Marienvesper» in Berlin

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Was ist los in Stuttgart? Ein grüner Kobold hüpft krakeelend über die Bühne. Will er Operngäste nerven, Ideen repräsentieren, Intensität schüren? Und was läuft da in Berlin? Eine nackte Schönheit balanciert in Wilsonscher Langsamkeit an einem vielbeinigen, auf einer Treppenkonstruktion untergebrachten Alte-Musik-Ensemble vorbei. Gab wohl sonst nicht viel zu sehen an diesem Abend. Und wer ist diese Type, nun wieder in Baden-Württemberg? Eine grotesk zerzauste Alte bringt mit Bügel-Bewegungen ein Kind zu Tode und wehklagt wild.

Einer gewaltigen Sängerin gelingt es mit dem Mut zur Monstrosi­tät für einige Momente, Spiel und Gesang zu einer massiven musikalischen Entladung zu synchronisieren. Geht da wieder irgendwas weiter im deutschen Musiktheater?

Denn das waren drei markante Momente aus ehrgeizigen aktuellen Musiktheater-Inszenierungen, die von (überwiegend) dem Sprechtheater verpflichteten Regisseuren stammen; drei neue Beiträge zu der alten Frage, ob sich an Opern und Singspielen überhaupt etwas nennenswert inszenieren lässt, wenn nach wie vor der Grundsatz gilt, dass man an der Musik nichts ändern, nichts inszenieren darf.
 

Allegorie auf die Abgedroschenheit – Sebastian Nüblings ...

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Theater heute April 2007
Rubrik: Debatte, Seite 23
von Diedrich Diederichsen

Vergriffen
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Notizen

Notizen

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