«It’s a Sinn!»
Es ist wahrscheinlich eines der aufwändigsten Bilderbücher, die je erschienen sind, ein veritables Stück Buchkunst, das nach den vielen virtuellen Hamletvariationen der letzten Jahre nun auffällig ausdrücklich auf physische Präsenz und Sinnlichkeit setzt: Herbert Fritschs neueste hamlet_X-Darreichung, für die er sich diesmal mit Sabrina Zwach, Dramaturgin und Fachfrau für ästhetische Praktiken aller Art, zusammengetan hat.
Graue Pappdeckel mit dicken Yves-Klein-blauen Lettern halten in einem goldenen Buchrücken insgesamt 111 handgezeichnete Seiten zusammen: Darin taumeln mit grobem Bleistiftstrich gezeichnete Figuren mit Clark-Kent-Appeal (das ist das bürgerliche Alter Ego von Superman) durch Seiten und Sätze aus dem Hamletuniversum eines Sprachverliebten: «My Dad ist dead» zum Beispiel – oder seine ödipushafte Zuspitzung «Dad or a live». «It's a Sinn!» schreit einem woanders ein schraffierter Kopf entgegen, obwohl ein solcher weit und breit nicht zu erkennen ist.
Herbert – Hamlet
Wieder woanders windet sich unser Comic-Held schweigend am Telefon, während aus seinem Kopf die Sprechblasen wuchern. «Ja, Sie haben mich ganz richtig verstanden: ICH KÜNDIGE!» «Nicht ...
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«Die Menschen verstehen nicht, sich der Möglichkeiten ihres Körpers zu bedienen. Ja, nicht genug damit: Sie sind noch nicht einmal imstande, ihn in Ordnung zu halten und weiterzubilden. Schlaffe Muskeln, ein verkrümmtes Rückgrat, falsche Atmung sind gewohnte Erscheinungen im täglichen Leben. Das alles sind Folgen der Unfähigkeit, unseren Körper richtig zu...
Bevor Miles Davis noch einmal zur Trompete greifen darf, endet Alfred Anderschs Hörspielmontage «Der Tod des James Dean» mit markigen Worten: «Verstummen muss das Gequatsche von der Schönheit» – ein verkappter Imperativ der Beatgeneration, die sich noch ein letztes Mal vor ihrem Idol verbeugt: «Alles was er gesagt hat, war rauh. Einfach rauh.» 1959, als man rauh...
Ich will ein Feuerwerk, kein ängstliches Gepiepse! Und zweihundert Prozent Disziplin!», ruft der Musiklehrer Aaron Grahovac, und in den überfüllten Probenraum der Berliner Bettina-von-Armin-Oberschule im Märkischen Viertel zieht ein Hauch von Dieter Bohlen ein. «Wer das nicht schafft, der kann jetzt noch gehen!» Alles schweigt und schaut den schwarz gekleideten...
