Intendantenwechsel: Gekreuzte Briefe
Die letzte Berliner Premiere vor der Sommerpause war ein öffentliches Briefduell. Eröffnet von Mitarbeitern der Berliner Volksbühne, die einmal mehr ihrem Misstrauen gegenüber Castorf-Nachfolger Chris Dercon mit schwankhaften Falschmeldungen Ausdruck gaben, gekontert von Dercons illustren Museumskollegen mit einer englischsprachigen Epistel, die klang wie von einem Londoner Anwaltsbüro aufgesetzt.
Den Spielverderber im lustigen Briefe-Kreuzen gab die Berliner Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, die plötzlich mit sachlichen Klarstellungen eingriff: «Die auf der Titelseite der ‹Berliner Zeitung› aufgestellte Behauptung, bei der Volksbühne sei mit bis zu 50 Entlassungen zu rechnen, ist frei erfunden. Richtig ist hingegen die Zahl von eher 10 Prozent der Beschäftigten. Es werden derzeit 20 bis 25 Nichtverlängerungsverfahren durchgeführt, die die Kulturverwaltung auf Nachfrage des Parlaments und in Rücksprache mit der zukünftigen Intendanz bekannt gegeben hat. Diese Größenordnung ist für einen Intendantenwechsel üblich. Diese Falschinformation reiht sich in eine Vielzahl anderer unzutreffender Behauptungen, die im Zusammenhang mit dem Intendantenwechsel in den Medien ...
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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Red.
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