In der B-Zone der EU

Was Theaterautoren aus Osteuropa zu erzählen haben – Schlaglichter beim sechsten Festival für neue Dramatik, F.I.N.D., an der Schaubühne

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Die Halbwertszeit für Legenden wird allenfalls durch die von Vorurteilen übertroffen. Weil die Stereotypen einmal da sind, werden sie auch bedient und selbst von jenen am Leben erhalten, die ihnen den Kampf angesagt hatten. Reichlich Anschauungsmaterial dafür bieten Theaterfestivals mit einem Länderschwerpunkt. Da macht auch die Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin keine Ausnahme. Im März veranstaltete sie ihr nunmehr sechstes Festival für Internationale Neue Dramatik, F.I.N.D., mit einem Schwerpunkt Süd-Ost-Europa.

Zu den Staaten auf dem Balkan bis zum Schwarzen Meer besteht erheblicher Informationsbedarf. Wie erfahren die postsozialistischen Gesellschaften am Rande der EU den Globalisierungsumbruch? Wie lebt es sich in Bukarest, Sofia oder Istanbul? Ermöglicht das Theater ein differenzierteres Bild als die CNN-Perspektive?

Neben der «Shoppen-und-Ficken»-Legende Mark Ravenhill sorgte eine Mayenburg-Uraufführung für den glänzenden Rahmen der sechs szenischen Lesungen von Autorinnen und Autoren aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Türkei. Die von der Konzeption und dem Titel her verlockendere Rahmenveranstaltung, das Autorenprojekt «Orientexpress», unterbot jedoch den eigenen ...

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Theater heute Mai 2006
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Max Glauner

Vergriffen
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