Impotenz! Gier! Selbstgefälligkeit!
Wut ist eine sekundäre Emotion. Menschen können Wut empfinden, wenn sie gerade mit etwas emotional Unmittelbarem zu kämpfen haben. Wenn wir zu kämpfen haben, weil wir mit Angst oder Traurigkeit oder auch Freude zurechtkommen müssen, kann es sein, dass sich dieser Kampf in Wut manifestiert.
Ich weiß nicht so recht, ob ich Wut für besonders inspirierend halte. Ich schreibe normalerweise aus einer Position des Zweifels oder der Verwirrung heraus. Wenn ich emotional auf etwas reagiere, das ich nicht verstehe, kann das dazu führen, dass ich darüber schreiben will.
Manchmal, um das Phänomen oder die Erfahrung zu ergründen und mir einen Reim darauf zu machen. Manchmal, weil ich etwas Zerbrochenes wiederherstellen oder etwas Unvollständiges vervollständigen will.
Wut hingegen beengt und blockiert.
Kann sein, dass diese Emotion die Kreativität nicht gerade beflügelt – immun bin ich trotzdem nicht gegen sie.
Der Premierminister
David Cameron ist der Premierminister von Großbritannien. Er ist Vorsitzender der konservativen Partei, jener politischen Partei, die in meinem Land in Koalition mit den Liberaldemokraten regiert.
Ich weiß nicht, ob man sich an seine Regierung später wegen ihrer ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Simon Stephens, Seite 42
von Simon Stephens
Der Wutbürger ist sicher nicht die Rettung der Welt, aber so schlecht wie sein Ruf ist er
noch lange nicht. Nur was uns wirklich in Rage versetzt, werden wir auch ändern.
Sich empören ist nicht des Rätsels Lösung, aber ein vielversprechender Anfang. Deshalb wollten wir von Regisseuren, Schauspielern, Intendanten, Dramaturgen und Autoren wissen, was sie wirklich...
Wenn Kritiker die mühsame Aufgabe präziser Schauspielerbeschreibung ein wenig abkürzen wollen, stellen sie gern in den hoffentlich irgendwie funktionierenden Echoraum des Textes neben das allgemein gehaltene charakterisierende Adjektiv («schüchtern, entschlossen, großkotzig») einfach das Naheliegendste: was der/die da vorne anhat. Das zeugt eigentlich von tiefem...
An manchen Tagen genügt eine Zeitung, um die Zeit zu versammeln. Der 28. März 2011 war so ein Tag, und die Zeitung eine «Süddeutsche». Auf der ersten Seite unten müssen gerade wieder einmal die Arbeiter aus den Trümmern des Atomkraftwerks Fukushima abrücken, weil ihnen das hochradioaktive Wasser sonst die Füße verbrennt. Oben steht der baden-württembergische...
