Immer da, immer nah
Ich wünschte, ich könnte besser lügen, dann könnt’ ich sagen, ich bin die Großnichte.» Von Ödön von Horváth nämlich. Sagt Rita von Horváth. «Es ist ein relativ verbreiteter Name in Ungarn und auch in Wien», sagt sie, und nein, sie ist in gar keiner Linie mit Horváth verwandt. Und hat auch noch nie einen Horváth souffliert in den zwanzig Jahren, in denen sie als Souffleuse am Zürcher Schauspielhaus arbeitet. In denen sie rund 100 Produktionen betreut hat. «Immer da, immer nah», wie es in der TV-Werbung einer großen deutschen Versicherung heißt.
Eine Souffleuse ist ja die Versicherung der Schauspieler. Ihr Auffangnetz, ihre Stütze, das Rückgrat des Literaturtheaters jenseits des Scheinwerferlichts.
Wobei die Auftritte der Rita von Horváth auf der Bühne in den vergangenen Jahren zugenommen haben: Pollesch schickt sie regelmäßig samt Skript auf die Bühne, zuletzt in «Love/No Love» in einem orangefarbenen Overall mit metallisch glänzendem Philodendron-Print. Und da ist sie also wieder, wie sie seit zwanzig Jahren in Zürich ist, immer die gleiche Frisur, die gleiche Figur, eine Frau, so verlässlich wie ein Haus, in einem Stück über ein Haus. Polleschs Overalls in «Love/No Love» machen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2015
Rubrik: Akteure, Seite 50
von Simone Meier
Helmut Lohner hat schon früh alle U- und E-Unterscheidungen unterlaufen. Er begann nach einer Lehre in einer Fotoreproanstalt und privatem Schauspielunterricht 1952 am Stadttheater Baden, avancierte zum Operetten-Buffo am Stadt-theater Klagenfurt und spielte von 1953 bis ’63 am Wiener Theater in der Josefstadt. Frühe Filmerfolge («Das Wirtshaus im Spessart» 1957...
Lieben Sie die Klassik so wie die Russen? Sie, musikalische Italiener, und Sie, ironische Briten? Du, scharfsinniger Gallier, und Du, düsterer Germane?
Die leidenschaftlich-selbstlose und hysterische Klassikerliebe ist in Russland schon längst nicht mehr nur die Hingabe an das Schöne. Es ist die Liebe zu etwas Sakrosanktem, nicht in Frage zu Stellendem, das die...
Finanzratgeberlesern ist der Rabbi Isaac ben Aha natürlich bestens bekannt. Auf ihn geht einer der ältesten Anlagetipps überhaupt zurück, näm-lich die vor 1.600 Jahren im «Babylonischen Talmud» dokumentierte Drei-Speichen-Regel: Mit der Investition des Vermögens in «ein Drittel Land, ein Drittel Handelswaren und ein Drittel bar zur Hand» (heutzutage gern...
