Im Rhythmus der Zeit
Unter den drei Großstädten Sachsens gilt Chemnitz mit wenig mehr als 250.000 Einwohnern noch immer als Aschenputtel. Wahrscheinlich leidet die Stadt noch immer unter dem Nachhall jener leidigen Umbenennung im Jahre 1953, die ihr nicht nur den «Ehrennamen» Karl Marx, sondern auch den Spott der Mitwelt einbrachte, die sich höchstens auf ein schnoddriges «Kalle Malle» verstand.
Doch blieb auch ein gehörig Maß an Respekt, was die Vergangenheit betraf: Nahm in Leipzig die Aufregung um das Karl-Marx-Relief vor dem Universitätsgebäude gelegentlich groteske Züge an, hatten die Chemnitzer längst den «Nischel», die mit 7,1o m höchste Porträtbüste als lukrative Touristen-Attraktion schätzen gelernt. Schließlich wussten nur wenige Eingeweihte, dass mit der Kreation des Moskauer Bildhauers Lew Kerbel seinerzeit durchaus adäquate Entwürfe aus den Reihen des DDR-Künstlerverbandes hätten konkurrieren können.
DDR-Theatergeschichte
Dafür wurde in jenen Jahren, als die Industriestadt grau vor sich hin bröckelte, das Chemnitzer Schauspiel zu einem Mekka theaterbesessener DDR-Menschen. Junge Schauspieler übten hier erste Schritte, um wenige Jahre später überregional Maßstäbe zu setzen: Jörg ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Als sich der Kleinbus von der Nähe des Damaskustores aus in Richtung Ramallah in Be-wegung setzt, ist es noch früh am Morgen. Von Jerusalem bis nach Ramallah sind es nur knappe 15 km. In diesem Landstrich können 15 km allerdings Welten trennen. Kaum hat der Bus die Stadtgrenze im Norden hinter sich gelassen, erreichen wir Kalandia, einen der größten israelischen...
Professor Laub wäre wohl nie in Berührung mit kanaksprachlichen Jugendlichen gekommen, hätte sein mit allen Mitteln der häuslichen Brutpflege wattierter Sohn Felix nicht bei türkischen Jugendlichen Freundschaft gesucht. Eines Tages allerdings klaut Freund Can ihm die neuen Schuhe, was wiederum den Professor auf den Plan ruft, der mit seiner Intervention bei Cans...
Frontal, das war er, immer die Stirn bietend, was ja Offerte wie Offensive sein kann: wenn man sich widersetzt wie ein Stier oder wenn man seine Gedanken so ungeschützt zeigt, dass der andere dir eine vor den Kopf hauen kann. Jörg Hube hielt sich nie hinterm Berg, sein Zorn war tobend, sein Lachen knallend; immer war er mittendrin und immer auf dem Sprung,...
