Im Herz der europäischen Finsternis

«Foreign Affairs», das neue Festivalformat der Berliner Festspiele, war unter Frie Leysen bilderstark, unangepasst – und dennoch kein Triumph

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Selten hat in Berlin eine Kuratorin die Gemüter so schnell gespalten wie die Belgierin Frie Leysen. Und das, obwohl ihr Festival «Foreign Affairs» nur einen Monat dauerte und im nächsten Jahr, wenn Leysen für die hochdotierten Wiener Festwochen arbeitet, schon wieder eine andere Handschrift tragen wird.

Für ein einmaliges Zwischenspiel fiel die Reaktion heftig aus: Der«Welt»-Kritiker Matthias Heine warf der «Theaterdomina» vor, ihr Programmheft lese sich «wie ein sowjetisches Propagandapamphlet aus der Zeit des kältesten Krieges»: «Die vorgestellten Produktionen verkünden alle mehr oder weniger den Untergang der westlichen Zivilisation. Und sie suhlen sich in der Überzeugung, dass dieser absolut gerechtfertigt sei – vor allem aufgrund der kolonialen Vergangenheit.» Andere, wie der Berlin-Korrespondent der «Süddeutschen Zeitung» und Stadtmagazinredakteur Peter Laudenbach, priesen dagegen die «ziemlich großartige Festivaldirektorin» für ihren «er­frischenden Neubeginn»: «Es fühlte sich an, als hätte jemand das Fenster geöffnet und den Mief des alten West-Berlins mit seinen Anzugträgern samt ihrer saturierten Langeweile, ihrem albernen Distinktionsgespreize (…) weggepustet.»

Keine ...

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Theater heute Dezember 2012
Rubrik: Festival, Seite 46
von Eva Behrendt

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