Im Generationenkrieg
Die Dystopie hat die Bühne erobert – als Wiederauflage der Klassiker des Genres, aber auch als aktuelle Fantasie vieler Autor*innen. Zukunftsszenarien werden durchgespielt, deren Verheißungen zumeist dunkel sind. Z.B. wenn es darum geht, wie lange der Vorrat an Luft, Licht, Wasser und Nahrung denn noch reichen wird. Und für wie viele? Reden wir also über «Ressourcenjustierung». Jörn Klare hat dazu einen Plot entworfen: In einem nicht näher definierten Raum treffen drei Generationen einer Familie aufeinander.
Sie sind sich lange nicht begegnet, denn auch das impliziert die schöne neue Welt eines nicht näher bestimmten fernen Jahrzehnts in diesem Jahrtausend – die Trennung in bestimmte Alterszonen, damit sich keiner ins Gehege kommt. Nun aber müssen sie es für unbestimmte Zeit miteinander aushalten. Die Einladung, die einer unbedingt einzuhaltenden Aufforderung gleichkommt, gilt der Prüfung ihrer «Ressourcenwürdigkeit», was im Klartext heißt: Einer muss weg, damit für die anderen genug übrigbleibt.
Jörn Klares Zukunftsentwurf ist dort angesiedelt, wohin uns Klima-, Wirtschafts- und Systemprognosen schon lange hindenken: in eine Welt, in der alles knapp geworden ist.
Darin müssen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 169
von Beate Seidel
Wer einen Zusammenhang zwischen Rasse, Religion und Identität knüpft, irrt. Jemandem, der das tut, geht es um Macht und nicht um Identität oder Heimat. Wer hat sie?! Wer will sie?! Wer verliert sie?! Wer hat keine?! Wie jüngst die CSU, die das Kreuz als Teil ihrer Identität versteht und dieses anderen verordnet. Jeder, der in Bayern in ein öffentliches Gebäude...
Dieses Stück ist ein Glücksfall: ein Text, dessen Vielschichtigkeit auf sprichwörtlichen leisen Sohlen daherkommt, der gedankliche Schärfe mit einer fast fürsorglich zu nennenden Figurenführung vereint und der verschiedene lebensweltliche und gesellschaftliche Themen aufgreift und durchführt, ohne dass sich eines in den Vordergrund spielt oder der Autor der...
B
Mike Bartlett
Love Love Love (Bremer Shakespeare Company)
Wild (Theater Potsdam)
Annie Baker
The Aliens (Staatstheater Kassel)
Richard Bean
Utopia (Turbine Theater)
Jon Brittain
Rotterdam (Rabenhof Theater Wien)
Sarah Burgess
Dry Powder (Landestheater Salzburg)
C
Olivier Choinière
Die Domäne (Theater Regensburg)
Tim Crouch
An Oak Tree (Die Eiche) (Schauspiel Frankfurt)
D
Mike...
