Im Dschungel von gestern
Topfpflanzen. Ein Wald aus eingetopften, aber riesenhaften Büschen, zwei bis drei Meter hoch mindestens. Die Bühnenbildnerin Katrin Brack, die dem Ganzen im Theater immer mit einer einzigen Idee begegnet, hat für Luk Percevals Inszenierung von Arthur Millers «Tod eines Handlungsreisenden» das Dschungelmotiv mit dem der häuslichen Grünpflanze gekreuzt. Vorne Sofa und Sessel vor dem Fernseher, dahinter, die ganze imaginäre Restwohnung füllend, der Wald.
Für die Befindlichkeit des Handlungsreisenden Willy Loman ist das ein großartiges Bild. Es ist der Dschungel in seinem Kopf.
Der afrikanische Dschungel, in dem sein viel bewunderter Bruder Ben mit neunzehn Jahren angeblich verschwand und aus dem er mit einundzwanzig als reicher Mann wieder hervorkam. Es ist der Dschungel von Lomans verwachsenen und überwucherten, verdrängten und irgendwann verschwundenen Gefühlen. Der Dschungel, in dem er längst seine Frau und seine Söhne verloren hat und jetzt auch noch seinen Job. Es hätte im Stück auch «Wüste» heißen können, dann hätte Katrin Brack mit ähnlichem Effekt wahrscheinlich Sand geschippt.
An der Bühne also liegt es nicht. Vielleicht daran, dass diese Inszenierung ein deutsches Remake ist? ...
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