«Ich find’s eine großartige Situation!»

Der Kapitalismus ist nach wie vor ohne Alternative, auch wenn er jetzt etwas kleinlauter geworden ist. Das ist allerdings weniger ein Chance für die Moral als ein Problem für die Demokratie.

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Eva Behrendt Ist der Kapitalismus jetzt vorbei?

Harald SchmidtDer Kapitalismus blüht mehr denn je. Und er funktioniert! Wer Fehler macht, fliegt vom Markt. Jede Firma, die zusammenkracht, zeigt, dass die Marktwirtschaft funktioniert.

EB Auch wenn der Staat das Zusammengekrachte wieder aufkehren muss?

Schmidt Die Frage ist ja, ob das Zusammengekrachte sich aufkehren lässt. Wie es aussieht, weigern sich die Besserverdiener unter den Banken, das Geld anzunehmen.

Wenn ich es richtig verstanden habe, ist die Politik schon richtig böse, so nach dem Motto: «Unserer Hilfe entgeht ihr nicht.» Mir hat imponiert, dass Josef Ackermann anscheinend die ganze Branche mit einem kolportierten Satz aufwirbeln kann. Außerdem habe ich in einer Umfrage gelesen, dass nur 27 Prozent der Deutschen sich von der Finanzkrise betroffen fühlen. Auch hier im Theater ist das übrigens kein Thema.

EB Keine Schadenfreude? Eigentlich ist es doch Standard, dass man als Theatermacher gegen den Kapitalismus ist.

Schmidt Definitiv. Aber der Anti-Kapitalismus hat es im Augenblick unglaublich schwer auf der Bühne, weil das, was der Kapitalismus bietet, in dem Tempo und in dieser Auswirkung auf der Bühne gar nicht darstellbar ...

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Theater heute Dezember 2008
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Eva Behrendt

Vergriffen
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