Hochglanz-Fasching
Man muss die vier Schauspieler, vor allem Klaus Brömmelmeier als Lenglumé, dafür bewundern, wie präzis und atemlos flott das alles vonstatten geht, dieser unendliche Unsinn. Wie satt und sauber da jedes Wort sitzt, wie dicht da eins ins andere fällt, genauso wie das Wohnzimmer der Lenglumés zu Beginn, das nicht auf der Bühne (von Thilo Reuter) steht, sondern mit einer riesigen, dem Publikum entgegenstürzenden Wand auf selbige fällt. Wie da quasi der Schwank nicht mit der Tür ins Haus, sondern mit dem Wohnzimmer ins Theater fällt.
Es gibt da nach ein paar einlullenden urbanen Techno-Projektionen auf eben diese Wand einen Rumms, einen Luftzug, dass einem die Haare zu Berge stehen, und eine Staubwolke, bestehend aus dem großbürgerlichen Verlogenheitsmief des Salon Lenglumé und dem gesellschaftlich recht ähnlich gelagerten Puder der Damen im Parkett.
Aber wozu? Im Boden versinken möchte man ja bereits beim Auftritt der ersten Figur, Butler Justin nämlich (Jan Bluthardt), der eine Negermaske tragen muss mit roten Wulstlippen und der auch reden muss, als wäre er einer jener dauernd gutgelaunten Domestiken aus alten Filmen. Das kann dann noch so sehr mit Kolonialisierungskritik oder so zu ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute April 2011
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Simone Meier
Zu Beginn noch einmal einer dieser magischen Momente, die das Theater des Dieter Dorn in den 1980er Jahren (damals noch an den Münchner Kammerspielen) berühmt gemacht haben: Die leere Bühne, aufgerissen bis zur weißgetünchten Brandmauer, ein wenig Nebel über den Brettern, so dass einen prä-paradiesischen Augenblick lang an diesem wüsten Ort alles möglich scheint....
Es gibt nichts Schöneres als junge Menschen, die voller Enthusiasmus und Energie Theater spielen. Aber unter uns: Wenn es nicht gerade die eigenen Kinder sind, die sich auf Schul- oder Kitabühnen austoben, ist diese Behauptung reine Heuchelei. Ein gutes Beispiel für die Wirkungsgrenzen von Jugendfrische und Kreativität kann man derzeit in den Kammerspielen des...
Aachen, Grenzlandtheater
Kasse: 00 41/1/261 21 79
14. DiPietro, Noch einmal verliebt (DE)
R. Stefanie Stroebele
Aachen, Theater
Kasse: 02 41/478 42 44
2. nach Döblin, Berlin Alexanderplatz
R. Ewa Teilmans
aalen, Theater der Stadt
Kasse: : (073 61) 52 26 00
16. Shakespeare, Hamlet
R. Katharina Kreuzhage
Altenburg/Gera, TPT
Kasse Altenburg: 034 47/58 51 61
...
