Heilsame Atemübung
Ständig knackt der Mann Nüsse. Hirnförmige Walnüsse natürlich, denn Peter Lohmeyer als Sebastian Färber, Spitzenarchitekt und Workaholic, besteht selbst nur noch aus Hirn. Tag und Nacht sitzt er über seinen Bauplänen, jagt genialisch den Zeichenstift übers Papier und futtert Walnüsse, die er wie Qi-Gong-Kugeln in der linken Hand klackern lässt, bevor er sie knackt.
Vor seinen Augen verschwimmt die Welt zu einer Farbsoße in Rot oder Blau, Architekturpreise nimmt er in Trance entgegen, und nach einem Zusammenbruch reißt er sich die Infusion aus dem Arm und marschiert, ohne auf seine verzweifelte Tochter zu hören, vom Krankenhaus geradewegs wieder an den Schreibtisch, Nüsse knacken, Pläne zeichnen.
Vielleicht erinnern sich manche Theatergänger noch dunkel an Färber. Er war einer der Protagonisten, die der Dramatiker Moritz Rinke in seinem Theaterstück «Republik Vineta» (2001) in einem fiktiven Schloss zur Planung des gleichnamigen Inselstaates versammelte. Während die ausgebrannten Manager in Rinkes Satire glaubten, alle Kräfte für einen Riesenauftrag zu sammeln, sind sie tatsächlich, wie der Autor zum Schluss enthüllt, in einer Therapiegruppe für Burn-Outs gelandet. Vor zwei Jahren ...
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So viel zu König Gunther....
