Hamburgische Dramaturgie

Gute Vorsätze sind das eine, und von Lessing sind sie gut abzuleiten: Offenheit und Optimismus zum Beispiel. Das will Joachim Lux groß über das Hamburger Thalia Theater schreiben. Dann kam Nicolas Stemann und stellte mit Elfriede Jelinek Lessings weisen «Nathan» und alle guten Vorsätze auf den Kopf

Theater heute - Logo

Zierlicher ist es, das neue Logo, mit dem Thalia-Intendant Joachim Lux die Litfaßsäulen Hamburgs schmücken ließ. Zierlicher, strenger und doch merkwürdig vertraut. Aus dem gemütlichen Thalia-Tempel Ulrich Khuons, über dem der Morgenstern aufging, ist mit denselben Stilmitteln ein Strichmännchen geworden, das jederzeit losmarschieren könnte: Kontinuität, Neubeginn und ein bisschen Program­matik ins Symbol gezwungen. 

 

Der Neu-Intendant weiß, dass er von Vorgänger Khuon das vielleicht erfolgreichste deutsche Theater übernommen hat. Und muss doch eigene Duftmarken setzen.

Um Himmels Willen kein Motto, aber doch eine nicht eben kleinmütige Frage soll die nächsten Jahre bestimmen: «Wo gehen wir hin?» Globale Wanderbewegungen, Menschen «auf der Suche nach innerer oder äußerer Heimat und nach kultureller Identität» beschwört Lux im Spielzeitheft, das mit strengem Schwarzweiß, sehr schönen Fotos des Ensembles und einer befremdlichen Schrifttype aus den 30er Jahren aufwartet. 

 

Stadt auf die Bühne

Hinaus in die Welt also. Für den allerersten Abend aber hatten sich Lux und sein Oberspielleiter eine besondere Geste des Einladens ausgedacht: die Stadt ins Theater. Nicht das neue, von ersten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute November 2009
Rubrik: Starts, Seite 12
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Reine Nervensache

Man stelle sich ein Stück vor mit etwa einem halben Dutzend Antje Vollmers: alles herzensgute Menschen, die mit eiserner Unbedingtheit ein Leben lang das Allerbeste wollen und doch nur als Talkshowgäste enden.  

So ähnlich muss man sich die generationenübergreifende Patchwork-Familie denken, die Darja Stocker in «Zornig geboren» zusammenruft. Sophie, angehende...

Queen Lear

Ein Meisterregisseur, der charismatisch und zugleich originell ist wie Jürgen Gosch, wird über seinen Tod hinaus Schule machen und für die künftige Theaterpraxis eine Reihe brauch­barer Blaupausen hinterlassen; das ist nicht weiter erstaunlich. Für ihren Kölner «König Lear» hat Karin Beier sich nicht nur der Mitwirkung seines Bühnenbildners Johannes Schütz...

Fünf Gründe für die Deutsche Bahn

Das wichtigste Requisit des folgenden Textes ist die Mobility Bahncard 100. Die kleine schwarze Karte ist der Rolls Royce unter den Bahncards; nichts für Pendler oder Vielfahrer, eher für Süchtige und Nomaden. Mit ihr kann man, so die Bahn, «einfach einsteigen und losfahren». Zug-Junkies zahlen schlappe 3.650 Euro im Jahr (oder 335 im monatlichen Abo), um permanent...