Habt mich lieb!
Lars Eidinger und Shakespeare, das ist mittlerweile: eine Popstargeschichte. 233-mal, vermerkt ehrfürchtig der nicht eben Theater-affine «Spiegel», dem «Richard III.», nein: Eidinger!, sogar eine Vorberichterstattung wert war, 233-mal hat er Hamlet gespielt, weltweit. Immerhin sei er ja, sagt der «Spiegel», sage Lars Eidinger, nicht weniger als «der beste Schaupieler der Welt».
Wenn der selbsternannte beste Schauspieler der Welt Richard spielt, geht ein wirkungsbewusster Regisseur wie Thomas Ostermeier mit all dem Hype, den im Vorfeld nicht nur der «Spiegel» entfesselte, am besten ganz offensiv um: alles ein Riesentheater und wenn schon, denn schon.
Also hat sich Ostermeier von Jan Pappelbaum ausnahmsweise keine gläserne Bourgeoisie-Eleganz in die Schaubühne bauen lassen, in der Richard z.B. als zu kurz gekommener IS-Terrorist Champagnergläser gegen die Schiebewände peffern könnte, sondern ein rustikales Theater auf dem Theater: das Globe entfernt redivivus, ein Halbrund, das weit in die übereinander gestapelten Zuschauerränge hineinragt, die Rückwand aus Lehm und mit einem dreigeschossigen Gerüst versehen, das den Schauspielern, vor allem: Eidinger, Emporen bietet.
Gecaste ...
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Theater heute April 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 7
von Barbara Burckhardt
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