Gut gegessen, schlecht gefühlt
Was unterscheidet eine gute von einer schlechten Geschichte? Zum Beispiel, dass die Figuren einem Rätsel aufgeben und Neugierde erwecken, die nicht gleich auf den ersten Blick sattsam gestillt ist.
Da kann – um das aktuelle Kino made in Germany zu streifen – ein dicker Koch aus dem Schwarzwald spannender sein als eine in sündigroter Couture aufgetakelte Blondine aus dem hauptstädtischen Berlin, der ein als Boss-Model verkleideter treuherziger Homo Faber verfällt (Katja Riemann und August Diehl in Margarethe von Trottas «Ich ist eine andere») oder zwei ihre Pubertät dauerhaft verlängernde Burschen im Porsche auf Hamburger Straßen (Daniel Brühl und Jürgen Vogel in Sebastian Schippers «Ein Freund von mir», dessen Buddy-Movie nicht weniger sentimental ist als einstige Ufa-Seligkeit mit Rühmann und Fritsch).
«Eden», geschrieben und gedreht von Michael Hofmann, führt erst einmal nicht ins Paradies, das bekanntermaßen verschlossen und nur über Umwege zu erreichen ist, sondern in die süddeutsche Provinz. Es sei denn, man betrachtet einen Kurort mit Rentnerband im Park-Pavillon und Senioren-Animationsprogramm auf geharktem Kies als Garten der Lüste.
Ein Philosoph des Genusses
Von der ...
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Vorsicht Nahkampf, was man hört, klingt nach Lebensgefahr. Zisch, ein Pfeil wurde abgeschossen. Wumm, er fand den Weg ins Ziel. Und wieder zisch und wieder wumm, dann ein Ritsch und ein Ratsch, etwas zerriss, muss wehtun. Schritte hallen, Vögel kreischen, Kröten quaken, Bestien fauchen, ganz klar, hier hat sich jemand am Tonrepertoire des Gruselfilms bereichert....
Gleich mit seinem ersten Hörspiel hat er die Regeln des Genres auf den Kopf gestellt: Die Musiker und Sprecher im WDR-Studio glaubten, Beiträge für ein Stück zu liefern, das es gar nicht gab. Stattdessen machte Mauricio Kagel den Produktionsprozess selbst zum Spielfeld und verwendete die Aufnahmen für eine vielschichtige, offene Komposition. «(Hörspiel) Ein...
Ich und Ich» – das Motto soll Einheit in der Vielfalt stiften. Amélie Niermeyers erste Spielzeit setzt auf Vielfalt – acht Premieren in den ersten zwei Monaten, und 20 weitere sollen folgen. Das Düsseldorfer Schauspielhaus als Monopolist des subventionierten Theaters in der Stadt habe die Verpflichtung zum Pluralismus, meint sie. Das stellt sie ganz in die...
