Gilberte pour toujours
War es dies etwas verhaltene Mädchenlachen, ein Versprechen von welschem Charme? Oder ihre streng aufrechte Haltung, die von protestantischer Disziplin erzählte? Als Gilberte de Courgenay in Franz Schnyders gleichnamigem Debütfilm spielte sich Anne-Marie Blanc 1941, gerade 22 Jahre alt, in die Herzen eines schweizerischen Publikums, deutsch und welsch – und da blieb sie. Es wird aus heutiger Perspektive vielleicht nicht mehr recht einsichtig, warum ausgerechnet dieser eher arglose Film zur Symbolerzählung einer Generation taugen sollte.
Aber vor dem Hintergrund der «Geistigen Landesverteidigung» konnte Anne-Marie Blanc darin als couragierte jurassische Wirtstochter Soldaten vor und auf der Leinwand moralisch aufrichten und zu einer Art Mademoiselle Helvetia, zur nationalen Ikone werden. Es ist schon so: Noch heute können in der Schweiz alle, auch Leute, die kaum ins Kino oder Theater gehen, das Liedlein von Hanns In der Gand mitsummen: «C’est la petite Gilberte, Gilberte de Courgenay; elle connaît trois cent milles soldats, et tous les officiers …»
Es war ihr Lied, und es wurde die Rolle ihres Lebens. Nicht ohne Koketterie hat Anne-Marie Blanc erzählt, wie es dazu kam: Wie sie für ...
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