Gesetzliche Erinnerungslücke
Franz Wille Die Künstlersozialkasse (KSK) bedroht nach den neuesten Entscheidungen akut die Existenz eines großen Teils der Theaterverlage, die junge, lebende Autoren vertreten. Um das zu verstehen, muss man allerdings wissen, wovon Theaterverlage leben und wie die KSK funktioniert.
Marion Victor Wir verlegen als Theaterverlag Theaterstücke, also keine Prosa, keine Lyrik und sind also auch kein Buchverlag.
Anders als im Buchverlag sind hier die Lektoren gleichzeitig die Vertriebsleute; wir betreuen die Autoren bei der Arbeit an ihren Stücken und wir vermitteln zwischen Dramatikern und Bühnen und sorgen dafür, dass die Stücke unserer Autoren aufgeführt werden. Wir handeln mit Aufführungsrechten zeitgenössischer Schriftsteller, genauer: Autoren, die noch nicht länger als 70 Jahre tot sind.
FW Dafür erhalten Sie die Aufführungstantiemen...
Victor ... diese Urheber-Abgabe liegt zwischen 13 und 17 Prozent der Kasseneinnahme der Theater, je nach Höhe des künstlerischen Etats; bei kleineren Studiobühnen vereinbaren wir eine Mindestpauschale.
FW Und wie viel bekommt der Autor davon?
Bernd Schmidt Von den 100 Prozent Urheber-Abgabe, die beim Verlag ankommen, behält der Verlag in der ...
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Der Regisseur Michael Simon hat sich einen Namen gemacht als Maître de Plaisir des Theaters. Er begnügt sich nicht mit den herkömmlichen Guckkastenkonventionen – das werte Publikum soll schon etwas mehr Anteil nehmen am Geschehen, auch physischen; gern wird es auf die Bühne gebeten, um den Schweiß der Schauspieler zu riechen und hautnah strömen zu sehen, es soll...
Nehmen wir mal Jennifer Lopez: Die macht so semi-okaye Musik und total schlechte Filme. Oder Madonna: genialgöttliche Musik und pervers schlechte Filme. Aber weil Jennifer Lopez und Madonna im Popgeschäft zu Hause sind und dieses von respektlosen und überhaupt nicht masochistisch veranlagten jungen Menschen bestimmt wird, geht sich auch fast niemand ihre Filme...
Mit dem Monologfestival am Schauspielhaus Zürich ging es 2001 los. Damals wurde eine einsame, vergessene Figur der amerikanischen Literatur für die Bühne entdeckt. «Bartleby, der Schreiber» – 1853 von Herman Melville geschrieben und zunächst anonym veröffentlicht – berichtet von einem störrischen Außenseiter und Leistungsverweigerer in einer Kanzlei der New Yorker...
