Geistesathleten gegen Gretchen
Selten ist so schön zu sehen, dass «Faust I» – hier in der «Urfaust»-Variante – aus zwei Stücken besteht. Teil 1: das Dilemma eines älteren Gelehrten, der die Welt im Innersten verstehen will, aber inzwischen gemerkt hat, dass der Verstand seine Grenzen hat.
Zur besseren Verdeutlichung lässt Regisseur Andreas Kriegenburg seinen Urfaust zunächst von Katharina Matz spielen, seit 1961 im Ensemble des Thalia Theaters.
Sie deklamiert am Rand ihrer Kräfte als leicht verwahrloste Faust-Seniorin und nimmt die Sache sehr ernst, was man von ihrem Regisseur nicht immer behaupten kann. In dem von Kriegenburg selbst entworfenen bunkerartigen Raum mit zwei schmal umlaufenden Buchregal-Schießscharten turnt erst Famulus Wagner (Markwart Müller-Elmau) umständlich in luftiger Höhe, um schließlich eine Pointe zu ernten: «Habe nun, ach, die Birne gewechselt.» Später wird der geflügelte Monolog zum Mitsummen stumm auf Papptafeln präsentiert, unter denen der/die greise Alte pennergleich begraben liegt. Das hätte sich also, ach, auch erledigt.
Etwas Bewegung kommt ins dämmrige Professoren-Heim, als der Geist zum ersten Mal erscheint: die Gesichter des Ensembles einschließlich Regisseur und Intendant in ...
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Irene Bazinger Frau Breth, wonach darf man Sie denn gar nicht fragen?
Andrea Breth Mmmh … nach meinem Privatleben.
Gut, aber vielleicht möchten Sie etwas über Ihr Elternhaus erzählen?
Ich habe zu meinen Eltern immer einen ganz innigen Kontakt gehabt. Eine Familienzerstörung oder ein Sich-von-der-Familie-Abwenden kam bei uns nicht vor.
Ihr Vater Herbert Breth war...
Es geht um den Krieg an sich und Figuren, die in heutigen kriegerischen Situationen eine Rolle spielen können. Der Marineinfanterist Tom zum Beispiel könnte in einem Nato-Einsatz unterwegs sein. Scharfschütze Sky dagegen würde sein «Geschäft» aus dem Hinterhalt wohl eher in bürgerkriegsähnlichen Situationen ohne NATO-Beteiligung erledigen. Tom allerdings hat genug...
Herr Keriakous, der Grieche, übertreibt es mit der Liebe für seine verstorbene Frau, findet «der Vater» in Dennis Kellys Szenencollage «Liebe und Geld». Wer Geld hat, viel Geld, kann die Liebe zu einer Toten in Marmor, Stein und Eisen gießen und einen Tempel auf ihr Grab setzen, aber dass dieses griechische Privatmonument einen ungehörigen Schatten auf die letzte...
