«Gehen wir essen!»

Das von Syriza neu aufgestellte Athener Nationaltheater bekennt sich nach stoischer Abwicklung alter Verträge zum Experiment

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Würde man das griechische Theater der Gegenwart als «Hamlet» spielen, dann wären Anestis Azas und Prodromos Tsinikoris die ideale Besetzung für Rosenkranz und Güldenstern. Denn die beiden jungen bärtigen Männer sind grundverschieden und sich doch sehr ähnlich, sie sind immer freundlich, fast immer unterwegs, haben meistens einen Plan und sind sich nie ganz sicher in ihrer Autonomie. Dabei verwickeln sie sich hingebungsvoll in die Netzwerke der griechi­schen und der gesamten europäischen Szene und spielen mit den diver­sen Akteuren der Macht, ohne selbst die Könige zu sein.

Nur wenn es ans Eingemachte geht, haben sie – im Unterschied zu Shakespeares Duo – gelernt, nicht über Bord zu gehen, sondern notfalls «Toter Mann» zu spielen und so in den Stürmen und Attacken des gegenwärtigen Krisenszenarios in Griechenland zu überleben.
Seit einem Jahr bilden Prodromos Tsinikoris und Anestis Azas im Doppelpack die künstlerische Leitung der sogenannten «Experimentalbühne» am Nationaltheater Athen. Und genau genommen haben sie dies Syriza zu verdanken. Denn im Frühjahr 2015 hatte die neue Regierung nach ihrem historischen Wahlsieg den von der Nea Demokratia ernannten Intendanten des ...

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Theater heute März 2017
Rubrik: International, Seite 36
von Armin Kerber

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