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Sie ist noch nicht lange zurück aus Istanbul. Und sie sprudelt. Vor Empörung, vor Begeisterung. «Magie, reine Magie» hat sie vier Tage lang im Gezi-Park und am Taksim-Platz erlebt, und sie war dabei, mittendrin. Marianna Salzmann hatte gerade die SMS aus Mülheim bekommen, dass sie für «Muttersprache Mameloschn» den Publikumspreis der Mülheimer Stücke gewonnen hatte, als es unten im Gezi-Park losging.
Sie stürzte auf die Straße, und da blieb sie, «mehr oder weniger vier Tage und Nächte lang», erfuhr die Gewalt von Wasserwerfern, die Notwendigkeit von Mundschutz und die Heilungskräfte von Zitronen gegen Tränengas. «Und ich bin geplatzt vor Glück, man kann sich das nicht vorstellen: Kemalisten tanzen mit Kurden, mit Lesben, mit Gays; alte Omis backen uns Plätzchen; kleine Kinder laufen herum, Jungs mit Anonymos-Masken, die alte Männer umarmen; Frauen klettern auf Dächer, und alles singt ‹Bella Ciao›. Es gibt eine Bibliothek, man kocht füreinander. Wenn das möglich ist, bei so einer Polizeigewalt und solcher Brutalität, dann ist alles möglich! Ich glaube wieder an die Welt!»
Seit September letzten Jahres war sie in Istanbul gewesen, zunächst in höchst privilegierter Situation und ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Die Höhepunkte des Jahres, Seite 156
von Barbara Burckhardt
In Philipp Weiss’ Stücken treten massenweise Personen auf. Viele haben nur einen Auftritt oder eine kurze Szene zu verwalten, sind lediglich für Augenblicke Handlungsträger und kehren nie wieder. Ein Kosmos, wie von Paul Claudel ersonnen, tut sich auf: Zahlreiche Handlungsfäden und unterschiedlichste Figurenkonstellationen fügen sich, Szene um Szene, zu einem losen...
Dass Giorgio Agamben oder Walter Benjamin sich je über eine Kritik der Gewalt oder das Wesen des Politischen in ihrem speziellen Verhältnis zur Butter ausgelassen hätten, diesem Gedanken würde man nicht eine Sekunde Lebenszeit schenken. Doch der Autor Ferdinand Schmalz behauptet genau das. Ganz ohne Berührungsangst stellt er seinem Text zwei Zitate dieser Denker...
Die Theaterzeitschrift
im 54. Jahrgang
Gegründet von
Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Mitarbeit
Marion Schamuthe
Gestaltung
Christian Henjes
Designkonzept
Ludwig Wendt Art Direction
Redaktionsanschrift
Knesebeckstr. 59–61, 10719 Berlin,
Telefon 030/25...
