Freaks und Ökopenner
«Ion», Euripides’ Stück um Erkennen und Erkenntnis, wird auf deutschen Bühnen nur selten gegeben. Armin Petras versucht sich dennoch an dem Stoff, verzichtet aber weitgehend auf Euripides und reduziert das Stück auf seine Hülle, um aus der Tragödie ein urkomisches Spektakel zu machen. In aller Kürze: Ion (Manolo Bertling) ist das Ergebnis einer Affäre zwischen Apollon (am Anfang und Ende als Sänger: Martin Krumbiegel) und Kreusa (Cordelia Wege), der Thronfolgerin von Athen.
Sie konnte oder wollte das uneheliche Kind nicht haben und setzte es aus, worauf sich der Gottvater seiner erbarmt und klammheimlich bei seiner Außenstelle in Delphi abliefert, wo der Knabe nun zu einem holden Jüngling heranwächst.
Hier setzt das Stück ein. Bertling stellt Ion wenig heroisch als unmotivierten Aushilfshausmeister mit rotem Eimer dar. White Trash statt Götterglam. Xhutos (Ingolf Müller-Beck), der Ehemann von Kreusa, zieht wegen andauernder Kinderlosigkeit nach Delphi. Das Orakel weissagt ihm, der Erste, dem er am Ausgang begegne, sei sein Sohn – und da steht natürlich Ion mit seinem roten Eimer herum. Beide sind gleichermaßen begeistert von der Aussicht auf gegenseitige Verwandtschaft. Kreusa ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2013
Rubrik: Chronik: Leipzig, Seite 59
von Torben Ibs
Heute Bengaluru, vor fünf Jahren hieß es noch Bangalore, im 12. Jahrhundert Benda Kaaluru. Benda Kaalu waren «Baked Beans», die einer Legende nach eine alte Frau dem König Veera Ballala anbot, als er beim Jagen im Wald verlorenging. Aus Dankbarkeit erbaute er an dieser Stelle: Bendakaulluru.
Es ist eines dieser merkwürdigen, indische Zeitbrüche integrierenden...
Geld ist wohl genug da, im Zwischenmenschlichen aber hapert es bei Sandra und Herwig. Söhnchen Marko starrt stumpf in die Welt, und dann ist da noch die Sache mit den Fröschen rund um den Swimming Pool. Auch die lassen nicht mit sich reden, laichen vor sich hin, werden immer lauter und liefern den Titel für das Stück von Johannes Hoffmann, der damit den...
Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft.» Das also. Nicht herausgeschmettert, nicht auf dem ollen Gassenhauer geritten wie auf einem alternden Derby-Hengst, sondern von Spielmannsuhrmusik angeklingelt, quetschen sich die grellen Mondreisenden aus Berlin eng aneinander zum Mondschein-Chor und hecheln gemeinsam die berühmten Verse, erst noch mühsam nach Atem ringend,...
