Frankfurt: Warum, Amerika?
Mit Tracy Letts’ Dauerbrenner «Eine Familie (August: Osage County)», dem zeitgenössischen Amerika-Klassiker fürs Große Haus, verabschiedet sich Oliver Reese als Regisseur von Frankfurt. Ganz offensichtlich will er dem Publikum ein Schauspielerfest schenken, das gelingt dem 13-köpfigen Ensemble auch, und das Frankfurter Publikum dankt mit ausgiebiger Ovation.
Belustigende Höhepunkte sind ein Auflauf, der samt Form auf den Boden kracht und dann durchs Publikum spritzt, und ein Wels, der so heftig auf den Tisch geknallt wird, dass Teller und Fisch über die Bühne fliegen.
Corinna Kirchhoffs Violet Weston wird in ihrer Tablettenabhängigkeit visionär, in ihrer Härte groß – und alles ohne divenhafte Manierismen. Sie und Wolfgang Michael, hier Beverly Weston, sind in Frankfurt mittlerweile derart auf abgehalfterte Paare abonniert, dass ein Ortswechsel vielleicht nicht die falsche Option ist.
Constanze Becker als älteste Tochter Barbara beherrscht die Bühne souverän, mit Oliver Kraushaar als Gatte Bill fightet sie bis aufs Blut. Man gibt ihr bei keinem Satz Recht, versteht sie aber trotzdem Wort für Wort nur zu gut, so ist das in der Ehehölle. Fast alle Schauspielerinnen und Schauspieler ...
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Theater heute März 2017
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Peter Michalzik
Der Erstkontakt mit dem Institut für Methode erfolgt aus sicherer Distanz: «Haben Sie intaktes Gedankengut?», möchte man auf der Homepage von der Besucherin wissen, bevor ihr der geheime Standort des Instituts samt individualisiertem Zugangscode zum Gebäude verraten wird. «Könnten Sie genau jetzt ohne Sorge eine Gewissensprüfung ablegen?» «Haben Sie häufig...
Franz Wille Ayad Akhtar, Ihre Stücke und Ihr Roman «American Dervish» – die Coming-of-Age-Geschichte eines wohlbehüteten pakistanischstämmigen Jungen im Milwaukee der 1980er Jahre – kreisen um kulturelle Identität. In einem amerikanischen Fernsehinterview haben Sie sich als einen «kulturellen Muslim» bezeichnet. Was ist das?
Ayad Akhtar Viele meiner jüdischen...
So sieht der Neuanfang wohl eher selten aus – der Neue wird zunächst mal aufs Kreuz gelegt, nach allen Regeln der Kampf-Kunst. Klaus Figge, dieser letzte Mohikaner in allen Techniken und Tricks des virtuellen und wirklichen «Kämpfens» auf der Bühne, hat Harald Wolff, den gerade frisch gekürten neuen Vorsitzenden der Dramaturgischen Gesellschaft, mit festem Griff...
