Frankfurt: Damals, heute

Wallace Shawn «Evening at the Talkhouse»

Theater heute - Logo

Ein Schauspieler, der in Hollywood in mehreren Serien («The Good Wife», «Gossip Girl») erfolgreich ist, erinnert sich. Er erinnert sich, wie sein Beruf einmal war. Der Schauspieler, er ist bereits im fortgeschrittenen Alter, schreibt dazu ein Theaterstück, in dem sich die Beteiligten einer Theaterproduktion, die vor zehn Jahren relativ erfolglos lief, wiedertreffen. Sie treffen sich im Talk­house, einem Club, der wie das Theater seine besseren Tage hinter sich hat. (Das Theater ist tot, heißt es hier sogar.

) Manche der Ehemaligen sind heute erfolgreich, eben mit Serien in Hollywood, bei anderen ging’s bergab. Niemand weiß genau, warum man sich trifft, irgendwie scheint man an den alten Tagen und dem Stück von damals mehr zu hängen, als man zuzugeben bereit ist.

Da wird natürlich viel geredet, «Evening at the Talkhouse» heißt das Stück von Wallace Shawn, dem erfolgreichen Serienschauspieler, und genau das ist es auch, ein Konversationsstück. Shawn ist nicht der Autor für’s Tiefgründige, das intellektuell Konstruierte. Aus dem Geplauder sollen sich Figuren bilden, Konflikte entstehen und sich der Abgrund öffnen zwischen einst und jetzt – auch wenn es nur zehn Jahre sind. «Evening at ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juli 2017
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Peter Michalzik

Weitere Beiträge
Bremen: Was Sie sich wieder zusammenreimen!

«Einfach ist der Kampf der Generationen sowieso nie.» Die Mutter starrt ins Leere, desillusioniert, einsam; sie hat die Vorstellung aufgegeben, Einfluss auf ihren pubertierenden Sohn zu haben. Auf ihren Sohn, der sich falsche Freunde gesucht hat, der sich radikalisiert hat, im Internet, wo auch immer, man weiß so wenig. Jedenfalls: Der Sohn hat einen Anschlag...

Vorschau - Impressum

In Hamburg war eine Neuausrichtung von Theater der Welt zu erleben, in Wien eine Neuorientierung der Wiener Festwochen. Florian Malzacher kuratiert ein letztes Mal Impulse, und die Theaterformen melden sich in diesem Jahr aus Hannover: Festivalzeit!

Maria Milisavljevics «Beben» ist ein doppelbödiges Spiel mit verschiedenen Realitäten. Beziehungsweise der Frage,...

Die äußere und die innere Bedrohung

Das Andere, das Fremde – natürlich: Sie. Jana Schulz ist Alboury, Bernard-Marie Koltès’ «Schwarzer». Sie dominiert, aufgeladen mit allem Möglichen des Unmöglichen, Offenen, Rätselhaften, aus dem Hintergrund die Szene. Wenn sie hervorkommt aus dem Dunkel des kahlen Gestrüpps aus Schläuchen und Kabeln, die Schlingpflanzen gleichen, und unters Licht der acht...