Fragen ohne Antworten
Mit lässiger Geste schüttelt der Regisseur und Autor Alexander Eisenach seinen Finanz-Western «Der kalte Hauch des Geldes» in die Frankfurter Kammerspiele. Eisenach fragt nicht weniger als a) nach dem Zustand der Welt und b), wie die Macht des Kapitals zu brechen sei. Natürlich findet er keine Antworten, will aber auch trotz vieler gar nicht unkluger Finanzmarkt-Sprüche auch gar nicht klüger sein als wir alle. Vielleicht gerade deswegen hat dieser Theater-Western angenehm schmerzlösende Wirkung.
Man kommt besser gelaunt aus dem Theater als man (mit Trump im Kopf oder ohne) hineingegangen ist. Schön, dass man über die Welt noch lachen kann – und das durchaus über Niveau.
Die Bühne von Daniel Wollenzin ist, natürlich, ein Saloon, die Bardame Marisol (Verena Bukal) trägt selbstverständlich Rüschenkleid und Mieder, und die Colts stecken selbstredend locker im Gürtel. Die Übertragung der Finanzthematik auf den Western funktioniert bestens. Kein Wunder: Glücksspiel, Goldrausch und Grundstücksspekulation wurden ja nachgerade auf dem Weg Amerikas in den Westen erfunden. Für das Theater ist das etwas in die Jahre gekommene Film-Genre ein Segen. Es gibt den Spielern beste ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2017
Rubrik: Aufführungen, Seite 17
von Peter Michalzik
Norma kommt von «Norm». Denn Norma steht unter gewaltigem Normierungsdruck. Normen kommt auch von «Norm». Er hat das Ganze schon hinter sich. Nach «Du (Normen)», liefert Dramatiker Philipp Löhle nun mit «Du (Norma)» den femininen Gegenpart seiner so genannten «Dulogie». Deren Ziel ist es laut Ankündigung des Nationaltheaters Mannheim zu zeigen, «wie die...
Theater Heute
Die Theaterzeitschrift
im 58. Jahrgang
Gegründet von
Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Redaktionsbüro
Martin Kraemer
Gestaltung
Christian Henjes
Designkonzept
Ludwig Wendt Art Direction
Redaktionsanschrift
Nestorstr. 8–9, 10709...
Das Theater der Jugend ist das Burgtheater der kleinen Leute. Für viele Wiener Bürgerinnen und Bürger zwischen sechs und 14 Jahren gehört ein TdJ-Abo einfach dazu, jedenfalls sehen ihre Eltern das so. Die Zahlen sind entsprechend eindrucksvoll: Seine 251.500 Besucher (Spielzeit 2015/16) werden in Wien nur von den Großbühnen übertroffen, mit den 40.000 Abos...
