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Die Wiener Festwochen sind das Super­schwergewicht unter den Sommerfestivals im deutschsprachigen Raum: 30 Produktionen allein im Schauspielprogramm, darunter aufwändige Eigengewächse und internationale Großproduktionen, aber auch zahlreiche
Entdeckungen jenseits des Establishments.

Dagegen behauptet die Biennale Neue Stücke aus Europa in Wiesbaden und Mainz auch nach 20 Jahren noch ihren speziellen Fokus: zeitgenössische Dramatik oder was der szenische Text heute in Europa bedeutet.

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Theater heute August/September 2012
Rubrik: , Seite 4
von

Weitere Beiträge
Akte des Sprechens

Theater ist eine kollektive Kunst», befindet (und praktiziert) der Regisseur (und seit Herbst 2011 Intendant der Stuttgarter Staatsoper) Jossi Wieler. Und er sucht (und findet nicht immer) zusammen mit Dramaturgen, Bühnenbildnern, Dirigenten und Darstellern die gesellschaft­liche und individuelle Wahrheit, Triftigkeit, die Gegenwärtigkeit der Bühnenvorgänge....

Postkoloniales Kannibalenragout

Manch langjähriger Burg-Abonnent soll schmerz­lich zusammengezuckt sein, als er ansehen muss­te, wie der eine oder andere heilig rot­samtene Stuhl im Zuschauerraum von Joachim Meyerhoff sorgsam zerlegt wurde. Aber Robinson Crusoe strandet nicht von Ungefähr im hinteren Zuschauerrund des Wiener Theatertempels und muss sich trotz strengstem Denkmalschutz schließlich...

Zum Totlachen

Irgendwann im fortgeschrittenen Stadium von «Der Geizige» rollt Harpagon einen staubigen und schon ziemlich abgetretenen Perserteppich in Bert Neumanns Jahrmarktsguckkastenbühne aus. Stammgäste kapieren sofort, dass die aggressive Seitenlage, in die Martin Wuttke sich darauf wirft, nicht ohne Häme den Kollegen Wolfram Koch in der «(S)panischen Fliege» zitiert. Dort...