Faszinierende Mechanik
Wie kann diese schöne Frau nur so kalt sein? Regina Giddens, geborene Hubbard, bei Nina Hoss eine schlanke und elegante Erscheinung in schlichten Etuikleidern, mit hochgestecktem Haar und lackierten Fingernägeln, sitzt ruhig und doch gespannt wie ein Flitzebogen auf der schwarzen Ledersofakante, während ihr herzkranker Gatte Horace (Thomas Bading) seine letzte Reise antritt. Der Weg ist nicht weit, nur zwei Dutzend Treppenstufen trennen ihn von seinem lebensrettenden Medikament.
Gerade noch hat der herzkranke Banker seiner Frau eröffnet, ihr im Konkurrenzkampf mit ihren betrügerischen Investmentbrüdern nicht beizustehen – eine nicht ganz unverständliche Maßnahme, schließlich ist Regina weitaus weniger an ihm als an seinem Geld interessiert. «Ich habe immer Glück», hat sie kühl geantwortet. Prompt bekommt Horace einen Anfall; sein Medikament zerschellt auf dem Boden.
Ein Blick genügt, um zu kapieren: Regina wird ihm jetzt nicht helfen. Also steigt Horace allein die freistehende, bühnenbilddominierende Treppe zum Schlafzimmer empor. Regisseur Thomas Ostermeier lässt Hoss und Bading diesen vergeblichen Aufstieg maximal auskosten: Mit letzter Kraft schleppt Horace sich von Stufe zu ...
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Theater heute März 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Eva Behrendt
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