Liat Fassberg; Foto: J.J.Kucek

Etwas für Nachtbusfahrer

Liat Fassberg: «Etwas kommt mir bekannt vor»

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Zufälligkeit, wenn nicht Willkür, bestimmt das Geschehen: Es könnte jedem passieren, zu jeder Zeit. Jeder könnte überall sitzen.»

Passagiere in einem Nachtbus – ein Bus, der über Grenzen fährt. Im Niemandsland Europas unterwegs, Start der Reise unbekannt, das Ziel: irgendwo in Deutschland. Keine dramatis personae in diesem Drama, sondern Sitzplätze, Stimmen. Alle haben Fahrkarten, aber nicht alle haben das Recht zu reisen.

Etwas ist geschehen: Zwei der Reisenden wurden nach einer Polizeikontrolle mitgenommen, her­ausgezerrt aus der losen Gemeinschaft der Reisenden. Was von ihnen bleibt, sind leuchtende Schuhe – Zauberschuhe? –, die sie fortbringen sollten, die, die durchs Meer gekommen waren. Durch Gedanken, Gespräche, Tweets, Träume, Fragebögen, Downloads erfährt der Zuschauer, -hörer von dem Vorfall. Eine Sinfonie/Kakofonie.

Vater und Kind unterhalten sich darüber, was es bedeutet, «nach Deutschland zu gehören». Es wird leise gesungen, verein­zelt. Ein Liebespaar spricht über die Liebe, Liebe in Zeiten der Unsicherheit, der Bedrohung. Macht der Vorfall alle zu einer Community? Der Com­munity der Davongekommenen? Sehn­suchtsbriefe werden geschrieben. Und Schimpf­ti­raden ...

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Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 162
von Eva-Maria Voigtländer

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