Einsame Jungmenschen

Die Verfilmung des Erzählungsbandes «Nichts als Gespenster» porträtiert die Judith-Hermann-Generation

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Eigentlich liefern sie doch besten Komödienstoff, die deutschen Frauen um die 30. Sie reisen wie Marion (Fritzi Haberlandt), frisch promoviert in Kunstgeschichte, allein mit dem Rucksack nach Venedig, laufen dort ihren Eltern in die Arme und müssen feststellen, dass sie noch immer vor allem Töchter sind. Oder: Sie besuchen wie Caro (Karina Plachetka) ihre beste Freundin, die für ein Theaterengagement in eine ostdeutsche Stadt gezogen ist, und tun genau das, worum die beste Freundin sie gerade inständig gebeten hat: doch bitte nicht mit ihrem neuen Freund zu schlafen.

Oder sie kriegen wie Ellen (Maria Simon) so ein komisches Kinderwunschfunkeln in die Augen, sobald ihnen ein Familienvater aus der tiefsten amerikanischen Provinz das Glück schildert, seinem vierjährigen Stöpsel das erste Paar Sneakers zu kaufen.

Alle drei Geschichten stammen aus Judith Hermanns zweitem Prosaband «Nichts als Gespenster» (2003), in dem die 1970 geborene Berlinerin die Seelenhaushaltserschütterungen junger Großstadtbewohnerinnen in Schwermut taucht. Ohne eigene Familien oder berufliche Leidenschaften, dafür mit vagen Glücks­ambitionen ausgestattet, treiben sie durch die Welt und können sich, fern vom ...

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Theater heute Dezember 2007
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Eva Behrendt

Vergriffen
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