Eine teuflische Angelegenheit
Seinen «Parsifal» hat er ihn genannt: Thomas Manns Verhältnis zu seinem Roman «Doktor Faustus» war schon während des Schreibens hochemotional. Ein Erlösungswerk sollte es für den Künstler und dessen Leser sein, die Summe eines Lebenswerks, vielleicht gar ein letztes Wort, überpersönlich und zugleich sehr privat, ja intim. Die imaginierte Lebensgeschichte des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn zwischen 1885 und 1940, erzählt von dessen Freund Serenus Zeitblom, ist zweifellos der anspruchsvollste Roman des Schriftstellers.
Im kalifornischen Exil schuf Mann zwischen 1943 und 1947 sein «gewagtestes und unheimlichstes Werk», wie er schon vor der Niederschrift prophezeite.
Ironisch tümelnd
Es ist ja auch eine schauerliche Geschichte: Da ist der Komponist Leverkühn, der sich dem Teufel verschreibt, um den Preis, niemals zu lieben – und der sich bei der Hure Esmeralda mit Syphilis infiziert, woraufhin er Jahrzehnte später vom Wahnsinn befallen wird und nach jahrelanger Umnachtung stirbt. Zuvor komponiert Leverkühn immer radikalere Werke; Mann lässt ihn zum Erfinder der Zwölftonmusik werden (worüber Arnold Schönberg sich nach Erscheinen des Buches ziemlich aufregte). Das alles ...
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