Ein Elefant irrt sich gewaltig
Hin und wieder kommt es vor, dass in alten Bibliotheken Partituren barocker Komponisten oder auf Dachböden Gemälde alter Meister gefunden werden. So etwas Ähnliches ist jetzt mit einem Stück des am 26. August 2005 verstorbenen Grazer Dramatikers Wolfgang Bauer geschehen. Bei den Vorbereitungen für eine Ausstellung über den steirischen Komponisten Franz Koringer (1921–2000) im Stadtmuseum Leibnitz entdeckten die Kuratoren in einer Dokumentenmappe das Typoskript des verschollen geglaubten Bauer-Dramas «Der Rüssel».
In der Bauer-Werkausgabe des Droschl-Verlags ist nur das vierte Bild daraus enthalten; dieses war 1970 in der Literaturzeitschrift «Ver Sacrum» abgedruckt worden. «Dass das Manuskript vielleicht noch aufgefunden werden kann, ist nicht völlig auszuschließen», heißt es in den editorischen Anmerkungen der Werkausgabe prophetisch. Laut Bauer war je ein Exemplar an Otto Breicha, einen der Herausgeber von «Ver Sacrum», und an den Komponisten Diether de la Motte (1928–2010) gegangen, der es angeblich vertonen wollte. Dass es jetzt im Nachlass von Koringer gefunden wurde, könnte bedeuten, dass Bauer das Stück mehreren Komponisten angeboten hat; vielleicht hat er die beiden in der ...
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Theater heute November 2015
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Wolfgang Kralicek
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