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Kein zweiter Mythos der Menschheitsgeschichte bringt Liebe, Tod und Kunst zwingender zusammen als die Geschichte von Orpheus und Eurydike, dem Göttersohn und der Nymphe.
Ovid hat sie in seinen «Metamorphosen» beschrieben, sie ist x-mal vertont, dutzendfach nacherzählt worden: Wie Eurydike, die geliebte Frau des gefeierten Sängers und Leierspielers Orpheus nach dem Biss einer Schlange im Hades verschwindet, der untröstliche Gatte ihr hinterhereilt und mit der unbezwingbaren Schönheit seiner Stimme die Hüter des Schattenreichs dazu bewegt, die Tote mit ihm zurückkehren zu lassen ins Land der Lebenden. Unter einer Bedingung: Keinen Blick darf er werfen auf die Geliebte, bis die Rückkehr aus der Unterwelt vollzogen ist. Doch Orpheus wendet den Blick, und Eurydike sinkt zurück ins Totenreich.
Von Angst und Kleidern besessen
Schon 1986 hat Klaus Theweleit die Mythenfolie zum Anlass genommen, ketzerisch über den Mythos der großen Liebe und ihre künstlerische Verwertung nachzudenken. Im «Buch der Könige – Orpheus (und) Eurydike» spürte er u.a. Benn und Brecht, Hamsun, Ezra Pound und Monteverdi als narzisstischen Künstlerpersönlichkeiten nach, die ihre Frauen opferten fürs Werk, ein ...
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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Aufführungen & Festivals, Seite 24
von Barbara Burckhardt
Als Übersetzung der Stadt in die Vertikale hatte Charles-Édouard Jeanneret-Gris, genannt Le Corbusier, 1956 die Berliner Variante eines Hochhauses mit 530 Wohnparteien geplant. In der Cité Radieuse in Marseille war es dem Schweizer Architekten gelungen, dasselbe Modell mit einer Einkaufsgalerie, Schwimmbad und Open-Air-Kino auf dem Dach auszustatten und so mehrere...
Aachen, Grenzlandtheater
28. Ibsen-Bille, Ohne Gesicht
R. Jens Pesel
Aalen, Theater der Stadt
6. Süskind, Der Kontrabass
R. Jürgen Bosse
Altenburg/Gera, TPT
12. Horváth, Kasimir und Karoline
R. Bernhard Stengele (in Gera)
18. Reza, Kunst
R. Anne Keßler (in Altenburg)
27. Tabori, Mein Kampf
R. Deborah Epstein (in Gera)
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
14. Schiller, Die...
Der seit 2003 einsitzende ehemalige Oligarch Michail Chodorkowski hat es nie auf den Titel des «Spiegel» geschafft, Nadeschda Tolokonnikowa schon, im August. Unter ihrem Bild im Heft, auf dem sie die Hand zur Faust ballt, steht der schöne Satz: «Revolution kann sexy sein, wenn kirschäugig Solschenizyn im Glaskasten zitiert wird.» Nadjeschda Tolokonnikowa ist laut...
