Dresden: Politische Farbenlehre

Laura Naumann «Mit freundlichen Grüßen eure Pandora» (U), Thomas Freyer, Ulf Schmidt «Das blaue Wunder» (U)

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Geht es nach dem Staatsschauspiel Dresden, sieht die Zukunft wahlweise dunkelbraun aus oder ultrapink, in beiden Fällen aber sehr unlustig.

Die erste Apokalypse, die dunkelbraune, wird – als dramatische Vorwarnung zu den sächsischen Landtagswahlen im September – auf der Bühne des Großen Hauses durchexerziert: Der Regisseur Volker Lösch hat der virulenten Fraktion der ‹besorgten Bürger› fiktional ein paar besonders depperte Exemplare abgerungen, die er auf einer Art AfD-Traumschiff in See stechen und praktisch 135 Minuten lang Höcke-, Gauland- und Weidel-Wahlkampfprosa von Deck skandieren lässt. 

Die andere Dystopie, die ultrapinke, kommt ursprünglich aus der politischen Gegenrichtung und unterläuft in Laura Naumanns Stück «Mit freundlichen Grüßen eure Pandora» im Kleinen Haus sozusagen en passant einer Wissenschaftlerin, die aus feministischem Übereifer heraus ein künstliches Fortpflanzungsverfahren entwickelt hat, für das kein männlicher Samen mehr benötigt wird – was dann freilich schnell den Mann als solchen, die «Kategorie biologisches Geschlecht» und also die «binäre Geschlechterordnung» überhaupt zur Disposition stellt und ethische Probleme aufwirft, die in redlichem ...

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Theater heute März 2019
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Christine Wahl

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