Dresden: Die Zweitverwertungs-Problematik

René Pollesch «KapiTal der Puppen», Sartre «Die Fliegen»

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Der Regisseur, ein Wiedergänger von Woody Allens erfolglosem 80er-Jahre-Künstleragenten Danny Rose, ist stinksauer. Er hat herausgefunden, dass die nichtsnutzigen Schauspieler, mit denen er hier seit Wochen ein ernst zu nehmendes Bühnenwerk zu kreieren versucht, hinter seinem Rücken Filme drehen – mit seinem Assistenten, in seinem Bühnenbild.

Eine gängige Praxis, wie die Akteure im Kleinen Haus des Dresdner Staatsschauspiels in den kommenden 65 Minuten nicht müde werden zu versichern, während sie – dauerverfolgt von Kamerafrauen und Mikrofonträgern – auf Janina Audicks Filmset-Bühne permanent von links nach rechts wuseln und wieder zurück. «Die bleierne Zeit» von Margarethe von Trotta wurde während der Proben zu ‹Drei Schwestern› von Peter Stein gedreht», ruft zum Beispiel ein Filmteammitglied streberhaft hinter einem mobilen Kulissenelement hervor.

Überraschenderweise steigt der öffentlich bekennende Endlos-Recycler René Pollesch bei seinem sächsischen Regiedebüt – einem Sonderprojekt zur 100. Spielzeit des Dresdner Theaters – mit der «Broadway-Danny-Rose»-Story derart konkret ins künstlerische Zweitverwertungssujet ein, dass man fast von einer stringenten Rahmen­handlung zu ...

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Theater heute April 2013
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Christine Wahl

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