Die Typen im Pullover
Sagen wir es so: Die Talfahrt hat sich etwas verlangsamt.» Tamás Ascher, der als einer der wichtigsten Regisseure des Landes vor allem am Budapester Katona József Theater inszeniert, meint damit, dass die ganz großen Eingriffe der rechten Fidesz-Regierung bislang ausgeblieben sind. Zumindest im Hauptstadttheater. Bei anderen großen Kultureinrichtungen und erst recht in der Provinz sehe das schon anders aus. Ascher deutet aber auch an, dass diese Monate der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft vielleicht nur eine Art Quarantäne sind.
Das ist eine durchaus verbreitete Theorie zur Lage der Kulturnation. Nach Ablauf des halbjährigen europäischen Mandats mit der erhöhten Aufmerksamkeit für Viktor Orbáns Regierung könnte diese dann ihren Kurs wieder verschärfen, Kulturposten ausschließlich mit Ergebenen zu besetzen und die Richtung für ein recht diffuses Magyarentum in den Künsten vorzugeben. Was dieses Roll-back einer folkloristisch-nationalen Kulturpolitik bewirken soll, ist abgesehen von den entsprechenden Gefühlsaufwallungen des Helmut-Kohl-Verehrers Orbán für eine geistig-moralische Wende völlig unklar. Puszta statt Postmoderne? Orbán hat als Student die sprudelnde Szene des Budapest ...
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Theater heute Mai 2011
Rubrik: Ausland Ungarn, Seite 48
von Thomas Irmer
«Ich bin der Meister», zischelt er. Nun ja, kann jeder mal so kühn behaupten. Falls lange
Unterhosen, löchrige Filzlatschen, schlurfende Schritte und ein irres Flackern im Blick dort-
zulande einen meisterlichen Aufzug hermachen, wird es wohl stimmen.
Dortzulande ist eine Adresse zwischen Traum und Trauma, eine geräumige Absteige in der Sadowaja, totalitäres Moskau,...
Liebe Redaktion,
ich muss leider passen. Denke seit einigen Tagen herum, aber soooo richtig fällt mir nichts ein. Zumindest habe ich immer gleich schon selbst überzeugende Gegenargumente. Elfriede Jelineks «Werk/Bau/Sturz» in Köln, ja, aber wollen wir zweimal Jelinek? Christine Dössel hat die Auswahl von München gut begründet. Philipp Löhles «supernova» in Mannheim,...
Es war 1995 bei den Proben zu «Nibelungen – Born Bad». Herbert Fritsch, der den Hagen spielte, hatte sich als Kostüm ein Kettenhemdröckchen, langes Blondhaar und schwarze Strumpfhosen ausgesucht. Als besonderen Clou bestellte er in der Schlosserei für jeden Auftritt ein immer größeres Schwert, das er schließlich in voller Bühnenbreite über die Szene schleifte. Da...
