Die TV-Bibel
Sollte vom deutschen Privatfernsehen, dieser großartigen Trashverfertigungsanstalt für alle, von all seinen Primatenbräuten namens Daniela Katzenberger und Mittelstandsmarionetten wie Lena Meyer-Landrut einmal nichts übrigbleiben als ein dickes, orangefarbenes Buch, dann, ja dann darf man sagen: Es hat sich gelohnt. Jahre der Plackerei in den Castingfabriken der Republik, die immer von neuem Zigtausende vorwiegend junger Menschen über ihre Fließbänder schleusen und am Ende jeweils ein gutes Dutzend glitzriger Amateure in den Arenen von Mottoshows und Finalsendungen verfeuern.
Denn dieses Buch, das sich im klugen Bücherregal fast so gut macht wie der orangefarbene Ziegelstein «Abfall für alle» von Rainald Goetz, ist die Essenz von allem. Die bisherige jedenfalls. Und es gibt einem sofort den Glauben an eine noch nicht so alte Studienrichtung, an die man vor diesem Buch noch nie geglaubt hatte. Sie nennt sich Medienwissenschaften, das Buch heißt «Die Casting-Gesellschaft», herausgegeben und bevorwortet haben es die beiden Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen und Wolfgang Krischke, gefüllt haben die rund 350 Seiten 25 ihrer Studierenden, und man muss schon sagen: Was diese ...
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Fernsehen
Mittwoch, 1.
18.10, Theaterkanal: Schiller reloaded – Szenische Dokumentation von Theo Roos (2005), mit Stefan Kaminski, Helge Schneider, Dagmar Manzel, Herbert Fritsch, Hanns Zischler u. a.
19.40, Theaterkanal: Abgeschminkt: Dieter Hildebrandt – beobachtet von Johanna Schickentanz
20.15, ARD: Neue Vahr Süd – Fernsehfilm (2010) von Hermine Huntgeburth, mit...
Das Haus, von dem ich erzählen will (und in dem es in mehr als einer Hinsicht nicht mit rechten Dingen zugeht), habe ich im sehr frühen Morgengrauen des 1. August 2007 zum ersten Mal betreten. Tags zuvor war ich in der pannonischen Sommerhitze von Bratislava mit dem Taxi zum letzten Mal durch die Barockstadt zum Flughafen gefahren (meine Möbel, Bücher, Kleider,...
Obwohl die Spielzeit am Nürnberger Staatsschauspiel mit «Paradiesische Zustände» überschrieben ist, herrscht auf den Bühnen die pure Angst: vor wirtschaftlichem Absturz, vor Überfremdung einerseits und vor gesellschaftlicher Ausgrenzung andererseits. Sieht so das Paradies aus?
Den Himmel auf Erden zumindest haben die meisten Erwachsenen und Jugendlichen erwartet,...
