Die Tücke des Raumes
Der Intendant gerät ins Schlingern. Schon vor der ersten Premiere. Ist ja auch ungewohnt, das Terrain, über das der neue Leiter des Aachener Theaters da schlittert. Nicht nur die Stadt ganz im Westen ist für Michael Schmitz-Aufterbeck – zwar gebürtiger Rheinländer, aber zuvor am Theater Luzern als Operndirektor engagiert – noch etwas fremd. Auch das Gebäude, in dem der 50-Jährige seine erste Saison startet, ist außergewöhnlich. Er rutscht eine Holzwelle hinab, um vor «Anna Karenina» das Publikum im Scheinwerferlicht zu begrüßen. Über ihm wölbt sich ein blauer Plastikhimmel.
Kein Kronleuchter, obwohl der doch immer hoch oben im Aachener Theater strahlt. Aber der Säulen-Tempel ist bis Mitte November geschlossen, weil er eine neue Obermaschinerie und frische Foyers erhält.
Daher erblicken die ersten beiden Schauspiel-Produktionen – neben der Adaption von Leo Tolstois Roman auch das Familienstück «Die rote Zora» – im Viermastzelt auf dem Reitturniergelände das Bühnenlicht. Denn Zirkuszelt hin oder her – nicht im sandigen Rund, sondern auf einer viereckigen Bühne wird dann doch gespielt. Umgeben von drei steil ansteigenden Tribünen erstreckt sich eine 15 mal 15 Meter große Fläche, die ...
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