Die poetische Wahrheit
Wer aus aktuellem Anlass ins Bücherregal greift, doch noch einmal ein schmales Bändchen des frisch gekürten Literaturnobelpreisträgers Peter Handke herauszieht und jene «Winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien» liest, dem wird vieles bekannt vorkommen. Diffuse Andeutungen, Verschwörungsraunen, übelste Beschimpfungen der internationalen Medien und die Glorifizierung Serbiens als «großes Volk». Zwanzig Jahre vor Donald Trump et al.
hat Handke Nationalismus und Fake-News-Tiraden salonfähig gemacht, hat internationale Journalisten als «hochmütige Chronisten», als «Rotten von Fernfuchtlern» denunziert und ihre Recherchen pauschal diffamiert.
Das Massaker von Srebrenica allerdings hat er damals – knapp – nicht geleugnet: «Aber ich möchte dazu fragen, wie ein solches Massaker denn zu erklären ist, begangen, so heißt es, unter den Augen der Weltöffentlichkeit, und dazu nach über drei Jahren Krieg, wo, sagt man, selbst die Hunde des Krieges sterbensmüde geworden waren, und noch dazu, wie es heißt, als ein organisiertes, systematisches, lang vorausgeplantes Hinrichten. Warum solch ein Tausendfachschlachten? Was war der Beweggrund? ...
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Theater heute November 2019
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
Nur was objektiv wahr ist, ist gut und wird in «Das große Heft» eingetragen. Gefühle gehören nicht dazu. Diese trainieren sich die namenlosen Zwillinge, die während des Zweiten Weltkriegs zur Großmutter in ein kleines ungarisches Dorf ausquartiert wurden, systematisch mit speziellen Übungen ab. Drei Tage nichts zu essen gehört noch zu den leichteren. Bis aufs...
Aachen, dasda theater
28. Projekt, Die Wolke (U)
R. Tom Hirtz
Aachen, Grenzlandtheater
5. nach Spoerl, Die Feuerzangenbowle
R. Udo Schürmer
Aachen, Theater
14. nach Poe, Unheimliche Geschichten
R. Stefan Rogge
15. nach Kipling, Das Dschungelbuch
R. Jenke Nordalm
22. Hübner und Nemitz, Furor
R. Lilli-Hannah Hoepner
Aalen, Theater der Stadt
24. Fillers und Schnitzler,...
In «Ausweitung der Kampfzone» von 1994 steckt schon der ganze spätere Houellebecq. Ein etwas antriebsschwacher Ich-Erzähler mit akademischem Hintergrund in einigermaßen gesicherten ökonomischen Verhältnissen verliert langsam die Sinnbezüge zu seinem Leben und trudelt zunehmend distanziert durch ein paar zufällig und ziellos erscheinende Alltagsstationen Richtung...
