Die leere Bühne, nur besser
In meinem persönlichen Exemplar des Buches «100 Jahre Deutsches Theater» – eine aufmerksame Pressereferentin hatte es mir zu meinem Amtsantritt als Theaterredakteur bei der «Berliner Zeitung» geschenkt, inzwischen arbeite ich selber am DT –, in dieser seltenen Ausgabe also gibt es einen nicht unoriginellen Farbbildteil.
Rekonstruktion und Wiederaufbau des Deutschen Theaters im Jubiläumsjahr 1983 sind im Anhang dokumentiert, vom Baugerüst mit einer roten und einer DDR-Fahne über das Richtfest mit stolzen Rednern diversester VEBs bis zur glanzvollen Wiedereröffnung mit dem Ehepaar Honecker und seiner geduckt es umschwänzelnden Entourage. Zwei ganze Seiten sind den Stuckateuren und Malern gewidmet, wie sie in den Zuschauerräumen und Foyers pinseln, spachteln und Blattgold auftragen. Einer von ihnen war Olaf Altmann aus Karl-Marx-Stadt, damals keine zwanzig.
Olaf Altmann, der mit seinem um die Welt gereisten Bühnenbild zu «Emilia Galotti» und mit einer gewaltigen «Verweile doch»-Skulptur auf dem Vorplatz das Erscheinungsbild des Deutschen Theaters neu definierte, hat dieses Haus also «auf Montage» kennengelernt. Er hat zuerst hinauf an die rohe Decke geschaut, als Stuckateur, der er ...
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Während der Abspann läuft, hört man sie noch einmal, die dünne Männerstimme mit dem zittrigen Tremolo, nüchtern, kein bisschen sentimental, dafür aber mit einem Rest Angriffslust in der abgeschnürten Kehle. So wie zuvor schon den «Wegweiser» und den «Leiermann», singt Josef Bierbichler das Lied «Die Nebensonnen» aus Franz Schuberts und Wilhelm Müllers «Winterreise»...
Wohnzimmertheater eigentlich, abgefilmt und geschnitten. Eine Bühnenvariante gibt es im Hamburger Thalia Theater ja tatsächlich. Aber das Schöne am «Swinger Club»-Film von Jan Georg Schütte ist, dass man als Zuschauende einerseits nicht nur mit am Tisch, sondern den Schauspielern geradezu auf dem Schoß sitzt, andererseits immer wieder eine rhythmisierte Draufsicht...
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