Die Gespenster
Bei aller Verwandtschaft zum Diskurspop ist die wahre Qualität von Thomas Köcks Texten doch ihre emotionale Kraft und Dringlichkeit: Gesellschaftsreflektion und persönliches Anliegen sind untrennbar verquickt. Bisher am zwingendsten, am radikalsten ist ihm dies in «Paradies spielen» gelungen. Dabei ist die schmerzvolle Einsicht immer präsent, dass das Theater nicht das Medium ist für einfache, handliche Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit. Vielleicht verleiht aber grade diese Einsicht seinen Texten dann wieder ihre Tiefe.
In «Paradies spielen» heißt es:
Wer sieht das schon
an der Außengrenze wer
sieht den Schlafsack neben dem
künstlich atmenden Vater liegen
Wer sieht das schon
In solchen Zeilen spannt Thomas scheinbar leichtfüßig ein tragisches Spannungsfeld auf. Der Schmerz über dieses nur noch notdürftig vernähte Narbengelände Welt, die Wut über die Verhältnisse, über diesen wissend in die Katastrophe rasenden ICE, in dem wir alle sitzen und, statt ihn zu bremsen, nur verträumt oder über die vermeintlich großen eigenen Sorgen grübelnd aus dem Fenster schauen. Dieser, bei allem Humor, zutiefst bittere Furor scheint mir ein wesentlicher Antrieb des Menschen wie des ...
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Theater heute August/September 2018
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Tobias Schuster
Aachen, Grenzlandtheater
19.8. Vögel, Arthur & Claire
R. Anja Junski
25.9. Molière, Der Geizige
R. Catharina Fillers
Aachen, Theater
5.9. Armbruster, Zur Hölle mit den anderen
R. Stefan Herrmann
20.9. Büchner, Lenz
R. Jakob Arnold
Altenburg/Gera, TPT
28.9. Kander und Masteroff, Cabaret
R. Lydia Bunk
Ansbach, Theater Ansbach
8.9. Greger, Mein Freund Kurt
R. Dave Wilcox
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Aufführungen
Die Frauen kommen! Zur neuen Spielzeit stellt sich am Potsdamer Hans-Otto-Theater die neue Intendantin Bettina Jahnke mit einer Inszenierung von Eugen Ruges DDR-Roman «In Zeiten des abnehmenden Lichts» vor. Die neue Karlsruher Schauspieldirektorin Anna Bergmann, die vorläufig nur weibliche Regisseurinnen beschäftigen will, wendet sich in ihrer ...
Ich habe gehört, du hattest eine Fehlgeburt?», fragt mich die Dame, die irgendwie indisch aussieht, fürsorglich-mitleidig, aber auch unverkennbar pragmatisch. Nicht nur das, ich habe auch bereits einen Kaiserschnitt, zwei eigene Kinder und zwei Leihmütterkinder ausgetragen. Denn ganz ohne lästig aktiv mitspielen zu müssen, wird man als Zuschauerin von «Global...
