Die Geschichte der Anderen

René Pollesch «Tal der fliegenden Messer»

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Jürgen Rüttgers prophezeit eine «Erfolgsstory» für das geplante Stadtentwicklungsprojekt «Ruhrbania» in Mülheim, «die Vermarktung von Wohn-, Büro- und Freizeitmöglichkeiten» sei bereits «gut angelaufen». «Ruhrbania» ist eins von vielen Großprojekten, die neue Formen der Urbanität im Ruhrgebiet erschließen und den harten Abschied von Eisen-, Kohle- und Stahlwirtschaft mit der grassierenden Massen­arbeitslosigkeit abfedern sollen.

Dass dieses Projekt das einzige Programmkino Mülheims bereits um die Existenz brachte und von über der Hälfte der Mülheimer abgelehnt wird, stört die großen Geister nicht. Dort, wo demnächst ein Yachthafen am malerischen Ruhrufer entstehen soll, campierte sommers eine kleine Wagenburg wie ein munterer und dezentraler Ort des Widerstands. Das «Rollende-Road-Schau-Zelt» von Bert Neumann beherbergte den ersten Teil von Polleschs Ruhrtrilogie «Tal der flie­genden Messer», den Auftakt des Kulturhauptstadtjahrs 2010, und ist im September an die Berliner Volksbühne heimgekehrt. 

«Ich möchte auch ein Teil von Ruhrbania sein. Ich möchte da hinten auch meine Yacht festmachen dürfen», schreit einer der Pollesch-Mitstreiter im Laufe des Abends verzweifelt und springt ...

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Theater heute Oktober 2008
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Natalie Bloch

Vergriffen
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