Die drei Fragezeichen
Warum geht zur Zeit alles den Bach runter? Statt sich lange am Kopf zu kratzen, sollten die Analysten vielleicht einfach mal Jonathan zuhören. «Da wo ich lebe, ist die Auswahl so groß, dass das Wollen nur noch eine Fiktion ist, an der man sich entlang hangelt», jammert er in Meike Haucks Stück «Mad in America». Und dass das Land mittlerweile so liberal ist, «dass man ja immer gegen offene Türen rennt oder schon gar nicht mehr das Bedürfnis hat zu rennen. Weil anscheinend ja alle Türen offen sind.
» Wer wundert sich da noch über Konsumverweigerung und Reformstau?
Mit dieser Lethargie-Apologie rennt Meike Hauck beim Typus der von ihr beschrieben 20- bis-30-Jährigen wohl auch offene Türen ein. Wobei sie die «Wir kommen, um uns zu beschweren»-Haltung so penetrant zeichnet, dass man sie glatt verdächtigen könnte, ein paar morgens um drei in der WG-Küche geführte Diskussionen zum Generations-Essay zu verpacken. Dem steht entgegen, dass manche Passage gerade um jenen feinen Hauch zu selbstmitleidig gestaltet ist, der diesem Spiegel satirischen Schliff gibt. Wie das Bewusstsein um die komplexen globalen Zusammenhänge jegliches Handeln erschwert, das ist jedenfalls so sehr Thema des Stücks, ...
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Dieser Brick kann einem schon Leid tun. Gestern erst hat sich der Sportreporter den Knöchel gebrochen, heute muss er zum Geburtstag des Vaters antreten, zu dem die ganze Familie samt Pfarrer und Doktor geladen ist. Da stürzt, kurz vor Torte, Sekt und Ständchen, Gattin Maggie ins Gästezimmer. Weil sie sich auf einen Schokokeks gesetzt hat und das kleine Rosafarbene...
Manche Menschen haben eine merkwürdige Vorstellung von Samaritertum. Ein Frau, der sowohl Mann wie Liebhaber im World Trade Center verstorben sind, fährt danach wahllos Menschen an, damit sie das Leben wieder schätzen lernen. Dagegen fällt der streunende Dichter, der streitende Paare und einsame Trinker mit Penetranz nötigt, sich von ihm ein Trostpoem verfassen zu...
Natürlich ist der «Neger» weiß. Erst ganz am Schluss kramt er doch noch das Creme-Tiegelchen hervor und schmiert sich zentimeterdick die schwarze Farbe auf den Leib und ins Gesicht. Mit küssender Gewalt hinterlässt Othello seine dunklen Spuren auf der weißen Unschuldshaut Desdemonas – wie bereits anno 1976 Ulrich Wildgruber als Zadeks Wilder. Der Mohr in Michael...
