Die blonde Bombe
Journalisten haben böse Ausdrücke dafür, wenn einer, wie sie sagen, «die Tinte nicht halten kann», und das ist schon selbst einer dieser bösen Journalisten-Ausdrücke. Die Not der Verknappung kennen auch die darstellenden Künste. Am kürzesten ist das Prokrustesbett des Ausdrucks im Film, und das ist ein Grund, warum der Schauspieler Joachim Meyerhoff so gut wie nie dreht. Um in einem Wohnwagen auf seine Szene zu warten, sei er zu ungeduldig und zappelig, hat er einmal erzählt. «Ich kann nicht verstehen, wenn Kollegen davon schwärmen, dass man beim Drehen so wenig machen müsse.
Ich will nicht wenig spielen, ich will viel spielen.»
Wie viel er spielen will, das hat Joachim Meyerhoff in den vergangenen Jahren gründlich bewiesen, und man muss, wenn man daran zurückdenkt, unwillkürlich an eine Szene aus dem Buch denken, das er nun geschrieben hat. Der Roman handelt von seinem Jahr als Austauschschüler in Wyoming. Der 18-jährige Meyerhoff träumt davon, in die Basketball-Mannschaft seiner Highschool aufgenommen zu werden, und bringt es immerhin zum Einwechselspieler. Zurück im heimatlichen Schleswig versucht er als Trainer, eine Basketball-Auswahl nach amerikanischem Vorbild aus dem Boden ...
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Theater heute April 2011
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Christopher Schmidt
Um den Künstler herum, um die Kunst herum. Im Gemenge der Berufe, die zwar nah dran sind oder gar mittendrin, aber nicht selbst künstlerisch, nicht unmittelbar selbst künstlerisch, hat der Kurator das jüngste und unklarste Profil. In der Bildenden Kunst, wo er innerhalb kurzer Zeit zum Star avancierte, steht er zwar im Mittelpunkt einer Auseinandersetzung, die er...
Ungefähr 15.000 Zeichen soll dieser Text lang werden. Nicht gerade wenig für das Porträt eines Nachwuchsdramatikers, naturgemäß aber viel zu wenig, um die ganze, komplexe Welt zu fassen zu kriegen. Und auch viel zu wenig für Wolfram Lotz. Denn wenn es nach und um Lotz geht, müsste man eigentlich Indianisch sprechen oder eine andere Sprache, die keiner versteht. So...
Natürlich könnte man jederzeit die Sinnfrage stellen: Wer braucht eine vierstündige
Dramatisierung von Falladas Wirtschaftskrisen-Panorama «Bauern, Bonzen und Bomben», wenn man in dieser Zeit schon 200 bis 300 Romanseiten lesen könnte? Wozu eine Bühnenbearbeitung dieses deutschen 30er Jahre Kleinstadt-Polit-Biotops, wenn sie doch nur ohne weitere Deutungsabsicht...
